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Bloß kein Hund aus dem Auslandstierschutz!

Auslandstierschutz

 

Immer wieder höre oder lese ich, Hunde aus dem Auslandstierschutz würden nur Probleme machen, sie wären psychisch kaputt, nicht sozialisiert und würden sich nicht in einen normalen Familienalltag integrieren lassen. Auch würden die vermittelnden Organisationen Krankheiten oder Verletzungen sowieso verschweigen, um soviel Tiere wie möglich zu vermitteln. Überhaupt, wenn ein Hund aus dem Tierschutz, dann bitte einer aus einem deutschen Tierheim.

Von Gastautor Christoph Detmer

 

Tomaten aus Holland, der Hund aus Deutschland

Dazu zwei grundsätzliche Dinge. DEN Hund aus dem Auslandstierschutz gibt es nicht. Auch wenn es vielleicht für die Argumentation einfacher ist zu pauschalisieren, es ist falsch. Darauf werde ich aber noch eingehen. Wer mit dem Gedanken spielt einen Hund zu adoptieren, sollte nicht auf Landesgrenzen achten, sondern den Hund als Individuum betrachten. Das Auto vielleicht aus Frankreich oder Schweden, das geliebte Handy aus China und die Tomaten aus Holland, nur der Hund muss aus Deutschland kommen? Das verstehe wer will, ich jedenfalls nicht.

Nicht nur Straßenhunde

Sind die Hunde aus dem Auslandstierschutz denn nun tatsächlich psychisch kaputt? Machen sie nur Probleme? Um diese und ähnliche Fragen zu beantworten, sollte man einen Blick darauf werfen, wie diese Hunde gelebt haben bzw. noch leben. Es kommen nicht nur Hunde nach Deutschland, die ihr Leben lang als Straßenhund unterwegs waren. Es gibt auch Tiere, die von ihren Menschen bei einer Tierschutzorganisation abgegeben oder leider auch einfach über den Zaun eines Tierheims geworfen wurden. Oft haben sie mehrere Jahre in einer Familie gelebt, sind aber zu groß, zu teuer oder einfach nur lästig geworden. Warum sollten sie psychisch kaputt sein oder sich nicht in einen Familienalltag integrieren (lassen)?

Kein Hund nach DIN-Norm

Okay, dann sind die Vierbeiner mit der kaputten Psyche bestimmt die Straßenhunde. Jetzt wird es schwierig. Gibt es den typischen, den Standard-Straßenhund nach DIN-Norm? Nein, auch den gibt es so eng begrenzt nicht. Da haben wir z.B. den Straßenhund in einer Touristenregion. Er streift herum, gerne in der Nähe der großen Hotels. Er hat gelernt, dort gibt es immer wieder freundliche Menschen, die das Frühstücksbuffet geplündert haben und der zutraulichen Fellnase ein paar Scheiben Wurst geben. Dann gibt es auch noch die Straßenhunde, die in eher ländlichen Gebieten leben. Sie haben es mit der Nahrungsbeschaffung meist wesentlich schwerer und oft leben sie auch gefährlicher. Nicht überall werden sie akzeptiert. Wenn sie Glück haben, werden sie einfach nur verscheucht, sie dienen aber auch als Zielscheibe für Steine werfende „sozialisierte“ Menschen und es gibt sogar nicht wenige Exemplare der Gattung „Homo sapiens“, die es ausgesprochen amüsant finden, Straßenhunde mit ihren Autos von der Straße zu jagen bzw. sie gezielt zu überfahren. Eines haben jedoch alle Straßenhunde gemeinsam: Sie müssen ihre eigenen Entscheidungen treffen und selbst sehen, wie sie überleben, mal ganz auf sich alleine gestellt, mal in einem lockeren Verband mit ein paar Artgenossen. Dabei müssen sie auch lernen, Gefahren zu erkennen, sie einzuschätzen und ihnen auszuweichen oder sich ihnen zu stellen. Je nachdem wie knapp die Nahrungsressourcen sind, müssen sie sich gegenüber Konkurrenten durchsetzen, wenn sie überleben wollen, notfalls mit den Zähnen. Auch spielt es eine Rolle, was ein Hund erlebt hat bevor er auf der Straße gelandet ist, und ob er eventuell schon als Straßenhund geboren worden ist.

Auslandstierschutz

Telmo. Foto: Christoph Detmer

Dem Unbekannten vertrauen?

Stellt euch jetzt vor, einer dieser Hunde zieht bei euch ein. Auf einmal trifft er nicht mehr wie bisher seine eigenen Entscheidungen, ein Mensch sagt ihm plötzlich wo es lang geht. Vielleicht hatte er in seinem Herkunftsland schlechte Erfahrungen mit diesen komischen Wesen gemacht, hat von seinem ehemaligem Herrchen, einem Jäger z. B., Prügel statt Fressen bekommen. Jetzt soll er sich so mir nichts dir nichts einem Menschen ausliefern, ihm vertrauen? Große LKWs, die über die Straße rauschen, ein Zug, der nicht weit entfernt über die Gleise poltert und andere ihm unbekannte und ihn verunsichernde Geräusche. Reagiert er in solchen Situationen aggressiv oder versucht zu fliehen, ist dieser Hund weder ein „Beißer“ noch „psychisch daneben“, er wird mit einer Reizüberflutung konfrontiert, die ihn überfordert. Vielleicht hat er auch noch nie erlebt, wie es ist an der Leine laufen zu müssen, eine Leine, die nicht nur seine Entscheidungsfreiheit, sondern auch sein ganz normales Kommunikationsverhalten einschränkt. Bisher konnte er einem Artgenossen weiträumig ausweichen wenn er wollte, er konnte ihm aber auch schon aus sicherer Entfernung vermitteln, was er von einer weiteren Annäherung hält. Jetzt kommt auf einmal ein Mensch und zwingt ihn in einem für ihn vielleicht unangenehmen Abstand an seinem unbekannten Gegenüber vorbei. Wenn er in dieser Situation auch noch knurren sollte (was im Übrigen ein normales Kommunikationssignal ist und der Vermeidung von Konflikten dient), haha, da haben wir endlich die Bestätigung, wieder so ein nicht sozialisierter Hund aus dem Ausland, der nur Probleme macht. Alle anderen Hunde sind verrückt danach mit Artgenossen zu spielen, laufen brav an der Leine, so dass man sich kaum um sie kümmern muss, sondern bequem mit dem Handy telefonieren kann. Nur dieser Hund verhält sich anders, typisch … Man wusste es ja gleich, Hunde aus dem Auslandstierschutz sind psychisch kaputt und machen nur Probleme. Vorurteile lassen sich scheinbar sehr leicht bestätigen.

Auslandstierschutz

Telmo. Foto: Christoph Detmer

Prophylaktische CTs, MRTs und schöne Röntgenbilder

Dass die Argumente mit der kaputten Psyche und der nicht Integrierbarkeit in eine Familie so nicht stimmen, ändert aber nichts daran, dass einem sowieso nur kranke oder verletzte Tiere untergejubelt werden – Oder ist auch diese Behauptung falsch? Zumindest bei der Organisation, für die ich mich engagiere, ist es Standard bei ausnahmslos jedem Hund einen Blut-Test auf die typischen Mittelmeerkrankheiten zu machen und bei einem positiven Ergebnis eine entsprechende Behandlung durchzuführen. Darauf wird dann auch in den Beschreibungen der einzelnen Hunde hingewiesen. Offensichtliche sonstige Erkrankungen oder Verletzungen werden natürlich ebenfalls tierärztlich behandelt. Was aber aus (hoffentlich) verständlichen Gründen nicht gemacht wird, sind prophylaktische CTs, MRTs oder Röntgenuntersuchungen. Es lässt sich also nie mit Sicherheit ausschließen, dass man einen Hund adoptiert und er nach einigen Tagen, Wochen oder Monaten Krankheits- oder Verletzungssymptome zeigt. Auch bei unserem eigenen Hund hatten wir nach starker Belastung leichte Anzeichen einer Verletzung bemerkt. In der Tierklinik wurde uns dann nach einer Röntgenuntersuchung erklärt, dass er als Welpe verletzt wurde, mit den daraus resultierenden dauerhaften Schmerzen aber groß geworden ist, und sie daher nicht gezeigt hatte. Schmerz war für ihn ein ganz normaler Bestandteil seines Lebens. Jetzt den Tierschützern in Spanien oder der vermittelnden Organisation einen Vorwurf zu machen, wäre ebenso falsch wie unsinnig. Mit Krankheiten verhält es sich ebenso. Es mag zwar Menschen geben, die am Donnerstag schon wissen, dass sie am Montag mit urplötzlich aufgetretenen Symptomen zum Arzt müssen, auf Hunde trifft so eine „Krankheitsvorausplanung“ aber nicht zu. Keine seriös arbeitende Organisation vermittelt stillschweigend kranke oder verletzte Tiere.

Überzogene Erwartungen

Ein Hund aus dem Auslandstierschutz ist weder psychisch kaputt, noch macht er nur Probleme, noch ist er für ein Familienleben ungeeignet. Auch wenn es oft bestritten wird, die meisten dieser Hunde sind sogar in Bezug auf die in ihren Herkunftsländern vorherrschenden Lebensumstände sozialisiert, sie sind lediglich nicht unserer Umgebung, unserem Sozialverhalten und unseren oft falschen Erwartungen angepasst. Einige diese Hunde brauchen Menschen, die sich auf sie und ihre Vergangenheit einlassen, die Geduld besitzen und bereit sind, mit ihnen zusammen in kleinen Schritten in und durch ihr neues Leben zu gehen. Ich habe volles Verständnis für jeden Menschen, der sich mit solch einem Hund überfordert fühlt, der die notwendige Zeit nicht aufbringen kann oder will. Kein Verständnis habe ich jedoch für Menschen mit überzogenen Erwartungen, für Menschen, die es sich bequem machen, einen bequemen Hund mit zwei Jahren Garantie (bei Registrierung auf fünf Jahre verlängerbar), Spülmaschinenfest und bügelfrei erwarten, für Menschen die pauschal jeden Hund aus dem Auslandstierschutz als eigentlich nicht vermittelbar oder noch schlimmer, nicht vermittlungswürdig erklären.

In den kommenden Wochen könnt ihr noch mehr von Autor Christoph Detmer lesen und zwar aus seinem Buch „Telmo, unsere Reise mit einem Angsthund“, das er mit seiner Frau Antje geschrieben hat. Falls ihr jetzt schon neugierig seid, könnt ihr es bei Amazon bestellen: Telmo, unsere Reise mit einem Angsthund.

Telmo: Unsere Reise mit einem Angsthund

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Hi, ich bin Neele, #Hundenärrin, #Hundemama, #Hundehaarmagnet, #Bücherwurm, #Textmaniac. Auf diesem Hundeblog schreibe ich über das Leben mit Hund. Im Hundeblog findet ihr Trends, Lustiges, Ernstes, Absurdes, Wissenswertes. Ich sage nur: Let the dogs rock the world!
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36 Kommentare

  1. Pingback: Hunde aus dem Auslandstierschutz… – KunterbuntMobil AnimalCare

  2. Julia sagt

    Ein so toller Bericht. Er spricht mir aus der Seele. Wir selbst besitzen zwar zwei Langhaar Collies, jedoch war hier schon öfter Platz für einen Pflegie aus dem Tierschutz. Und ich muss sagen, ich hatte noch nie so toll soziale und vor allem genügsame Hunde hier. Sie waren alle nicht als Angsthunde angekündigt, aber wenn man weiß, wie sie dort leben, bzw was sie schon alles mitgemacht haben könnten, erwartet man erstmal das schlimmste. Das ist übrigens meine Strategie, ich erwarte erst mal gar nichts, sondern warte, was der Hund mir gibt und dann sehen wir weiter. Vieles ergibt sich auch von ganz alleine in einem intakten, sozialen Rudel. Vielen Dank für diesen Bericht.

    • Christoph sagt

      Liebe Julia,
      dass dir der Artikel gefallen hat, freut mich. Neben deinen beiden eigenen Hunde ab und zu noch einen Pflegehund aufzunehmen finde ich absolut toll, vielen Dank im Namen der Fellnasen.

      Das mit der Genügsamkeit kann ich dir zumindest bei unserem Telmo bestätigen, von Zeit zu Zeit hatten wir uns schon gefragt, ob er vielleicht zu genügsam ist. Natürlich zeigt er uns inzwischen wenn er Nähe sucht und gestreichelt werden möchte auch wenn er Hunger hat macht er daraus kein Geheimnis aber er fordert nicht.
      Als er zu uns gekommen war, war er nicht nur skeptisch sondern ein tatsächlicher Angsthund. Aber mit ihm zusammen an seinen Ängsten zu arbeiten, sie nach und nach geringer werden lassen war dafür verantwortlich, dass es jetzt diese enge Bindung zwischen uns und ihm gibt. Du hast auch vollkommen Recht, man sollten von diesen Hunden nichts erwarten sondern annehmen was sie geben und vor allem, was sie geben können.
      Herzliche Grüße vom Rhein
      Christoph

  3. Mein Merlin, ein Straßenfund-Hund aus Ungarn, war vor gut 7,7 Jahren meine beste Entscheidung.
    Ich erhielt ihn als sehr jungen (lt. Zahnstand knappe 8 Wochen alt) Welpen durch eine Tierschutzorganisation.
    Merlin ist MEIN Traumhund!!!
    Mir ist es egal woher er ist, er ist und bleibt geliebt wie er ist und es ist egal woher er kommt.
    Nach Merlin wird es für mich keinen Hund mehr geben, weil er für mich so wunderbar und besonders ist.
    Ich weiß, dass das schon viele Menschen gesagt haben und doch wieder einen Hund bei sich haben.
    Für mich kommt das nicht in Frage.
    Am 02.Mai wird er schon 8 Jahre alt. Ich wünsche ihm dass er lange gesund bleiben wird und wir noch einige schöne Jahre miteinander verbringen dürfen.

    • Liebe Dina, das klingt nach einem wundervollen Mensch-Hund-Team. Und du hast recht: Egal woher ein Lebewesen kommt, es hat ein Recht auf ein gutes Leben. Liebste Grüße und auf viele weitere schöne Jahre als Team <3 <3 <3
      Wilma & Neele

  4. Monika sagt

    Super Beitrag! Wie überall gibt es solche und solche. Es gibt Orgas, die vernünftig über den individuellen Hund aufklären und im Idealfall auch noch über Besonderheiten der jeweiligen Rasse. Dann gibt es leider aber auch die, ddie nach dem Prinzip „Hauptsache gerettet“ arbeiten (wobei ich mich auch oft frage, wer hier eigentlich wen rettet , ohne vernünftige Aufklärung. So landet dann der deprivierte Hund bei der Familie mit drei Kindern, bei denen ständig Trubel herrscht, und schon ist er wieder da, der problematische Hund aus dem Auslandstierschutz. Da wird Podenco oder Galgo vermittelt, weil die Leute den Hund total schick finden, ohne auf den nicht unerheblichen Jagdtrieb hinzuweisen usw.
    In einer idealen Welt sollte die Orga dem potentiellen Interessenten möglichst viele Infos über den individuellen Hund und über die Rasse geben, der neue Halter sollte dich seinerseits ebenfalls informieren und es sollte auch nach der Vermittlung noch ein Austausch stattfinden. Dann wird man mit seinem eingewanderten Vierbeiner mindestens ebenso viel Freude haben, wie mit einem Hund aus dem deutschen Tierschutz oder vom Züchter (wo es sicherlich mindestens ebenso viele schwarze Schafe gibt, wie im Tierschutz).
    Und schließlich sollte man auch als Adoptand ein bisschen Engagement zeigen und den Hund nicht gleich zurückgeben, wenn es nicht gleich so läuft, wie man sich das vorgestellt hat. Kinder werden such in den seltensten Fällen so, wie man sich das wünscht, und im Normalfall werden sie deshalb trotzdem nicht ins Heim gegeben.
    Unser erster Hund aus dem Ausland (und erster Hund überhaupt) war auch ein Angsthund, wovon uns nichts gesagt wurde. Wir haben uns schlau gemacht und informiert und unglaublich viel von ihm gelernt. Es war nicht immer einfach aber ich würde ihn für keinen „normalen“ Hund der Welt eintauschen wollen

  5. Schöner Beitrag. Ich finde kommt immer drauf an was seine Menschen mit ihm tun ..hab auch Eine vom Ausland Tierschutz. Die hatte sehr qualmen erlitten…doch ich sie für alles u d jenes sehr dankbar .Sie ist sehr lieb .folgsam und sie zeigt mir ihre Dankbarkeit das sie hier sein darf in unserer Familie…Ich hatte ständig Pech mit deutschen tierheimen.u d jetzt so d wir einfach nur glücklich 😍Gruss Lola u d frauchen

  6. Wunderbarer Artikel!
    Ich habe einen Ungarn adoptiert, der dort vier Jahre im Tierheim saß und vorher wohl nur ein Leben als Hofhund kannte. Ich war auf alle möglichen Probleme eingestellt.
    Hier kam ein Hund an, dem die schreckliche Monotonie hinter Gittern das Leuchten in den Augen ausgeknipst hatte. Die Verwandlung ging jedoch recht schnell, und im Endeffekt habe ich hier einen völlig unkomplizierten, gut sozialisierten, dankbaren (!! ja) und erstaunlicherweise rundum gesunden Hund, der mit seinen mittlerweile zehn Jahren topfit ist. Er hält nun auch locker die 14 km am Fahrrad mit (ebenso wie unser altes Mädchen von 13 Jahren) und ist eine Bereicherung für uns alle.
    Er hat auch meine Einstellung „radikalisiert“. Für mich wird es nur noch Hunde aus dem Tierschutz geben. Warum sollte ich es unterstützen, dass neue Hunde „produziert“ werden, wenn es Millionen gibt, die (meistens vergeblich) auf ihren Menschen warten…
    Liebe Grüße
    von Sandy (von der Autobahnraststätte) und Kari (dem Wirtschaftsflüchtling) und Frauchen Silvi

    • Liebe Silvi, danke für deinen Beitrag. „Leuchten in den Augen ausgeknipst“ verdeutlicht glaub ich ganz gut, was diese Hunde durchmachen. Umso schöner ist zu lesen, dass euer Schatz seine Lebensfreude dank euch zurückerobert hat. Diese Verwandlung zu begleiten und überhaupt erst zu ermöglichen ist vermutlich unglaublich Kräfte zehrend und gleichzeitig das Schönste, was man erleben kann.
      Wir wünschen euch weiterhin alles, alles Gute und Gesundheit <3
      Liebste Grüße
      Wili & Neele

  7. Christina sagt

    Hallo ich habe 3Ausländer😀 bei mir, meine Spanerin
    und mein Portugiese waren da und fertig aber meine kleine Bosnerin ist genau der Straßenhund der oben beschrieben ist. Auf der Straße geboren, ein Jahr da verbracht müsste alle Entscheidungen allein treffen, kam mit Babys in die Tötung und dann irgendwie zu mir. Sie hat ein Jahr um Ankommen gebraucht. Total lieb vom ersten Augenblick, aber auch heute noch sehe ich , sie bräuchte kein Rudel, sie würde es immer noch schaffen zu überleben ( wir wohnen ländlich mit viel Feld und noch mehr Mäusen😅😅😅). Aber sie ist war nie traumatisierte oder ängstlich. Gegenüber anderen Hunden total sozial eingestellt, sagt hallo und geht dann einfach weiter. Also ein Traum von Hund. Für mich gibt es nur noch Hunde aus dem Ausland. Wir hatten und haben mehr Probleme mit denen, die wir in Deutschland aus dem TH bzw vom Züchter geholt haben.

    • Liebe Christina, danke für deinen Kommentar. Darf ich fragen, was ihr für Probleme mit denen aus dem deutschen TH bzw. vom Züchter hattet?
      Liebste Grüße
      Eure Wili und Neele

  8. Christiane Pohl sagt

    Hallo
    Wahre Worte die du schreibst .Wir haben auch zwei Hunde aus dem Ausland und ich möchte sie nie wieder hergeben .Eine Hündin 15 Jahre ist sie und ein Angsthund .Die Hündin hat sich so toll entwickelt man konnte zusehen wie sie sich mit jedem Tag besser gefühlt hat und heute macht sie uns soviel Freude ,andere Hunde lässt sie links liegen es interessiert sie nicht .Und unser Kleiner mit viel Geduld haben wir es geschafft ihn aus seiner Ecke herraus zu holen ,auch kommt er jetzt schon zu uns und lässt sich streicheln ,Er ist zwar erst drei wochen bei uns aber ein ganz toller Hund ,soviel Liebe wie die beiden zu geben haben ,einfach schön Liebe Grüße Christiane

    • Liebe Christiane, wir wünschen euch ganz viel Kraft für euren Neuzugang. Halte uns gern auf dem Laufenden, wie es bei euch weitergeht – gern auch per Mail an neele@fiffibene.de .
      Liebste Grüße
      Neele & Wili

  9. Sehr schöner Beitrag!
    Allerdings finde ich, dass besonders ein Punkt fehlt, der bei vielen (auch mir) für diese Abneigung sorgt.
    Man kann nicht so einfach zwischen seriös und unseriös unterscheiden. Ist man an eine unseriöse Organisation geraten, bekommt man das u.U. Erst mit, wenn man den Hund schon da hat und kann dann nichts mehr daran ändern, dass er sich stark von der ursprünglichen Beschreibung unterscheidet. Gerne passiert sowas mit Herdenschutzrassen und man steht dann da und hat keine Wahl mehr weil sich die Orga verkrümelt hat.
    Dazu kommt dann das Problem, dass sich einfach in den letzten Jahren nichts geändert hat, nur weil Hunde in andere Länder geschafft werden. Es kann ggf (je nach Persönlichkeit) dem einzelnen Tier etwas bringen, aber mehr auch nicht. Ein neuer Platz auf der Straße wird frei. Es gibt nach so vielen Jahrzehnten immernoch unendlich viele Straßenhunde, und man sollte einfach hinterfragen wieso das so ist. Natürlich kann jeder Straßenhund super sein und es ist jedes Tier individuell zu sehen, jedoch läuft man Gefahr, eine Ausbeutungsmaschinerie vom Feinsten zu unterstützen, und deshalb würde ein Tier aus dem Ausland für uns und viele andere nie in Frage kommen. Es liegt also nicht am Tier, sondern an dem Grundproblem dahinter.
    LG Lisa von Hundhoch3

    • Christoph sagt

      Hallo Lisa, eine Garantie an eine seriöse Organisation zu geraten wird es nie geben. Es gibt aber durchaus Möglichkeiten sich zu informieren. Es gibt das Vereinsregister um z.B. die Frage zu klären, nennt sich die betreffende Organisation nur Verein oder ist es tatsächlich ein eigetragener, gemeinnütziger Verein. Auch die Internetseiten lassen Rückschlüsse zu, gibt es auf der Homepage Hinweise darauf, dass auch Tierschutzorganisationen vor Ort (Hilfe zur Selbsthilfe) unterstützt werden oder handelt es sich um eine Organisation die ausschließlich vermittelt. Gibt es eine Vereinssatzung? Werden telefonisch oder per Mail gestellte Fragen ohne Umschweife beantwortet. Dann kann man in eine Suchmaschine auch den Namen der Organisation und das Wort Erfahrungen eingeben. Wir haben bei der Adoption unseres Telmos auch etliche Stunden im Internet verbracht und nach Informationen über die Organisation gesucht für die wir uns entschieden hatten. Aber eine Garantie damit eine seriöse Organisation gefunden zu haben hatten wir natürlich nicht. Bei der Beschreibung der Hunde sollte man beachten, es kann immer nur eine Momentaufnahme sein, es kann nur beschrieben werden, wie sich der einzelne Hund in dem Umfeld in dem er gerade lebt, verhält. Daher ist es immer möglich, dass er sich in einem anderen Umfeld auch anders verhält. Du schreibst, es hätte sich in den letzten Jahren nichts geändert. Doch, es hat sich etwas geändert, wenn auch nicht so viel wie wünschenswert wäre. Kastrationsprogramme und auch Aufklärungsaktionen an und mit Schulen zeigen Wirkung. Das Problem, über Generationen haben Hunde den Stellenwert, den sie leider in einigen Ländern haben. Das zu ändern wird ebenfalls Generationen dauern. Die überwiegend privaten und ehrenamtlich tätigen Tierschutzorganisationen können diese Arbeit alleine nicht leisten, hier ist die Unterstützung der Politik gefragt. Solange diese sich aber mehr Gedanken um den zulässigen Krümmungsgrad einer Banane macht bevor sie in Europa verkauft werden darf …. Wenn ich dich zitieren darf, „es kann ggf (je nach Persönlichkeit) dem einzelnen Tier etwas bringen, aber mehr auch nicht. Ein neuer Platz auf der Straße wird frei.“ Das klingt für mich so, als ob das Leben des einzelnen Tieres keine besondere Rolle spielt. Schade wenn du das so sehen solltest. Wann ist es ein Hund wert, z.B. durch Adoption ein besseres Leben leben zu dürfen? Auch das „ggf.“ stimmt so nicht. Unsere Organisation hat eine Facebook-Gruppe die fast ausschließlich aus Adoptanten besteht (über 900 Mitglieder). Dadurch kann ich mir ein ziemlich objektives Bild machen, wie es den adoptierten Hunden geht. Mein Eindruck, über 900 adoptierten Hunden geht es hier um Welten besser als in dem Land aus dem sie kommen, das ist 900 Mal ggf. Zum Schluss, ja, man kann in eine Ausbeutungsmaschinerie geraten, man kann sich aber durch entsprechende Informationen weitgehend davor schützen. Und Ausbeutungsmaschinerie, da denke ich an die „Vermehrer“ die Welpen auf Wochenmärkten verkaufen, Hundewelpen die ohne große Nachfrage an die zukünftigen Halter über den Ladentisch verkauft werden und auch an (wenige einzelne) Züchter die Hündinnen des Geldes wegen viel zu oft hintereinander decken lassen. Hier werden vielleicht nicht unbedingt die Käufer der Tiere ausgebeutet sondern die Tiere selbst, aber positiv ist das in meinen Augen auch nicht.
      Herzliche Grüße, Christoph

  10. Michele Creech sagt

    hallo und Danke für diesen Beitrag
    als Tierschützer und Besitzerin von 5 solcher „Auslandshunde“ weiss ich genau wovon Du sprichst und höre diesen Satz des öfteren und noch weiter unschöne Kommentare! Leider gibt es viele schwarze Schafe auch im Tierschutz und das unterstützt dann natürlich diese Aussagen.
    Aber wenn man genau hinschaut und sich informiert kann man relative schnell die Spreu vom Weizen trennen.
    Ich möchte keinen meiner 5 Fellnasen je missen und es war mit keinem einfach, aber es hat sich sowas von gelohnt. Und das ist ganz wichtig ich wusste bei jedem genau auf was ich mich eingelassen habe und bereue nicht Sie adoptiert zu haben!
    Max aus Rumänin ist jetzt 5 jahre bei mir er kam mit 9 monaten und schwere Arthrose in beiden vorderläufen aus einer Tötung hier an und blieb.
    Leo wog 1 kilo und war keine 8 wochen alt im Griechischen Tierheim wäre er gestorben also nahm ich ihn mit pflegte Ihn gesund und behielt ihn natürlich.
    Ada May aus Griechenland wollte keiner weil Sie sich nicht anfassen lies und jeden verbellte, also hab ich Sie behalten.
    Snow wurde als welpe auf der Strasse angefahren und sollte sterben, ich nahm Sie mit 5 monaten von griechenland mit nachhause und heute ist Sie ein gesunder Hund der rennt und tobt und das OHNE Hüftpfanne!
    Puffi (6 kilo) hat 3 jahre auf rumänischen Strassen überlebt, wurde mehrfach von grossen Hunden zusammen gebissen und hat schwere arthrose in beiden Hinterläufen. Nur ich konnte ihn die ersten 6 monate hier anfassen, heute gut 1 jahr später entscheidet er selber wer ihn streicheln darf. Er knurrt und beisst nicht mehr, er geht einfach weg wenn er nicht will.
    Nein es war nicht einfach ABER mein Rudel ist meine familie und ich liebe Sie genaus wie sie mich liben „bedingungslos“.
    Viele Grüsse
    Michele und die 5 Nasen

  11. Liebe Neele!

    Du sprichst uns und unserer Organisation einfach nur aus der Seele!
    Wenn wir dürfen,würden wir gerne ev. etwas später einige Dinge deines Textes verwenden?
    Somit könnten wir die Menschen auch mehr erreichen! Danke für deine tollen Worte! Danke,dass du diesen Nagel genau auf den Kopf getroffen hast. Möge jeder Otto Normalverbraucher, der Hunde aus dem Ausland hasst diesen Text lesen und sich schämen.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz/Spanien

    • Lieber Christoph, der Dank gilt unserem lieben Autor Christoph 😉 Ich gebe es gern weiter.
      Liebste Grüße
      Wili & Neele

    • Christoph sagt

      Lieber Christoph,

      ganz herzlichen Dank für den Kommentar. Von meiner Seite aus dürft ihr den Text gerne verwenden, es geht um den Tierschutz und da sollte gegenseitige Unterstützung selbstverständlich sein. Ich habe ein wenig auf eurer Website gestöbert, nicht nur sehr schön sondern auch sehr bewegend. Ich kann euch gut verstehen, unser Telmo war ein Angsthund und zu erleben wie er das Leben ohne Angst entdeckt hat, war etwas ganz Besonderes und wir waren dankbar, ein Stück dazu beigetragen zu haben.
      Ganz herzliche Grüße vom Rhein und viel Erfolg bei eurem Engagement für den Tierschutz

      Christoph

  12. Hallo aus der Schweiz.
    Ein ganz toller Beitrag, der mir aus dem Herzen spricht. Wir arbeiten seit vielen Jahren mit zwei spanischen Tierheimen zusammen. Die Hunde werden bereits vor Ort medizinisch abgeklärt, wir können uns auf unsere spanischen Partner verlassen. Auch vor Ort wird gut gearbeitet, was uns wichtig ist. Und immer wieder haben wir auch Hunde hier, die in Spanien bei Besitzern waren und wieso auch immer dann im Tierschutz landeten.
    Ich kann dieses „wieso ein Hund aus dem Ausland, haben wir in der Schweiz nicht genügend Hunde“ schon lange nicht mehr hören. Denn nein, die Nachfrage könnte alleine mit „Schweizer Hunden“ nicht gestillt werden. Ach ja, für uns sind Hunde einfach Hunde und haben Hilfe verdient und nötig, egal woher sie kommen. Wir vermitteln auch Schweizer Hunde ;-). Hundepension Grisette, Sandra und Wuffs

    • Christoph sagt

      Danke für den Kommentar. Hunde kennen keine Grenzen, ich freue mich dass ihr das auch so seht.

      Herzliche Grüße,
      Christoph

  13. Ein sehr guter und leider nur allzu richtiger Text. Ich kenne viele Menschen mit Auslandshunden (ja, auch Familien sind darunter) und kaum einer der Hunde macht wirklich Probleme. Ich selbst habe eine Rumänin bei mir zu Hause. Sie war 2 Jahre alt als ich sie adoptiert habe und relativ ängstlich (verständlich, da sie wohl von Männern mit Stöcken böse verprügelt wurde). Sie ist der bisher einzige Hund den ich kenne, der nicht mit Stöcken spielt, sondern davon läuft wenn man einen in die Hand nimmt. Aber dafür liebt sie Quietschis ^^. An Männer hat sie sich mittlerweile auch gewöhnt, nur nachts sind sie ihr unheimlich. Bald zieht bei uns noch eine spanische Notnase ein. Ihre Vorgeschichte ist mir nicht bekannt. Wir werden sehen was uns da erwartet und wie sich das Mädl entwickeln wird. Für die Anfangszeit habe ich 5 Wochen Urlaub genommen, und ich hoffe sehr, dass ihr diese Zeit reicht um sich etwas einzufinden. Wir sind gespannt wo uns diese Reise dann hinführen wird

  14. Sandra sagt

    Ich habe zwei Hunde aus dem Ausland, ganz einfach, weil in den Tierheimen in der Umgebung nicht „das“ dabei war und ich auch übers Internet in den weiter entfernten kein Glück hatte. Mich interessiert nicht, woher der Hund kommt oder was er hat oder haben könnte, für mich muss einfach dieser „Klick“ kommen, wenn ich den Hund sehe. Einzig, was ich vermeide: die Geschichten der Tiere lesen oder hören, denn dann will ich am liebsten irgendwie alle. Die Geschichte kann man mir auch nachher noch sagen, wenn es bei einem Hund gefunkt hat.

    Pongo lebt seit 7 Jahren bei uns, war 3 Jahre alt und aus Ungarn. Sie liebt Menschen über alles, „umarmt“ sie immer gerne – der Mensch findet es süß, bis ich ihm erkläre, dass Pongo gerade Dominanz auslebt. Ansonsten ist sie sehr, sehr schlau, hat aber eine Körpersprache gegenüber anderen Hunden, woraus ich schließe, dass sie schon das eine oder andere „Problem“ damit hatte. Lernt sie ihr Gegenüber aber stressfrei kennen, ist alles gut. Da gibts weder Futerneid noch sonst irgendwas. Natürlich ist die Selbstständigkeit etwas, was man dem Hund erklären muss, dass er diese nun an mich – zumindest Chefmäßig – übergeben darf/muss. Und sie ist der Clown der Familie.

    Sally lebt seit 2 Jahren bei uns, war 1 1/2 Jahre alt und auch aus Ungarn. Zuerst kaum einfangbar, dann wohl eher schwer vermittelbar, weil sie keine Menschen mag. Zu schwer hat man sie wohl mißhandelt, was man auch an der einen oder anderen Stelle sieht. Sie geht auch nach wie vor nicht zu fremden Menschen, bekannte Menschen akzeptiert sie, aber lässt sich nicht anfassen, ist aber auch kein Angstbeisser. Ich persönlich kann ganz gut damit leben, ich mag es sowieso nicht, wenn meine Hunde ungefragt angefasst werden. Sally ist unser zarter Sonnenschein in der Familie.

    Fazit: ich finde Sally auch nicht schwieriger mit ihrer „ich mag Menschen nicht“-Angst, als meine Pongo mit ihrer „Hallo da ist ein Mensch, ich dominiere Dich jetzt erstmal“-Mentalität. Für mich ist das auch kein „Knacks“ oder gar eine psychische Fehl-Eigenschaft eines Auslandshundes. Beide waren halt einfach „in der falschen Hand“ – und dies kann jedem Tier passieren, egal in welchem Land, auf welchem Kontinent. Wer im Tierschutz auch in Deutschland unterwegs ist, weiß das auch sehr genau. Auch hier gibt es Tiere, die nicht gefüttert werden, geschlagen, getreten, mißhandelt werden. Falsch erzogen sind bzw. nicht richtig oder gar nicht.

    • Christoph sagt

      Hallo Sandra,
      auch unser Telmo hat gegenüber anderen Hunde auch eine „besondere“ Körpersprache und Kommunikation. Das besondere daran, diese Körpersprache und Kommunikation hat er von den Hunden gelernt, die ihn aufgezogen, erzogen und mit denen er die ersten 9 Monate seines Lebens gelebt hat. Für uns ist es somit die ganz natürliche Körpersprache und Kommunikation. Für viele andere Menschen ist es unverständlich, dass er Artgenossen nicht zwangsläufig als Spielgefährten ansieht sondern sie erst kennenlernen möchte. Wir sind glücklich einen Hund zu haben der sich sehr ursprünglich verhält und nicht so angepasst bequem wie es oft von den Hunden erwartet wird. Danke für deinen Kommentar.

      Christoph

  15. Genau so, es gibt nicht DEN Hund, jeder ist verschieden und hat eine andere Vorgeschichte. Eventuell sollte man sich kurz über die jeweilige Organisation informieren, es gibt nämlich auch “Organisationen“ welche in Wirklichkeit skrupellose Hundezüchter sind. Diese fahren mit dem Kofferraum voller Welpen durch Europa und suchen ahnungslose Tierfreunde. Von solchen Händlern soll dringend abgeraten werden.

    Wie immer ein schöner Artikel,

    VG Heike

    • Christoph sagt

      Liebe Heike, eigentlich erwarte ich, dass sich die Menschen nicht nur kurz sondern intensiv über die jeweilige Organisation informieren. In der heutigen Zeit und mit Unterstützung des Internet ist das nämlich möglich, auch wenn es ein wenig Zeit beansprucht. Ich mache für verschiedene Organisationen Vorkontrollen und wundere mich oft, wie wenig Fragen mir gestellt werden. Die “skrupellosen Hundezüchter“ nenne ich Hundevermehrer denn um Zucht geht es diesen Typen nicht.

  16. Angelique Klein sagt

    -Ich finde du schreibst viele Wahrheiten.
    Ich wünschte mir nur das alle Tierschützer, Tierliebhaber endlich aufhören würden eine Art Wettbewerb oder noch schlimmer Politik unter dem Deckmantel des Tierschutzes zu betreiben. Welcher Hund es mehr verdient hat gerettet zu werden ?! Haben wir nicht schon genug Rassismus unter den Menschen? Alle Hunde ( und auch sonstige Lebewesen ) haben das Recht auf Leben und Liebe. Übrigens auch Tiere vom Züchter. Wir Menschen versuchen doch sovielrs schlecht zu machen damit das eigene Anliegen das einzig wichtige ist. Es gibt verschiedene Meinungen, Methoden und vor allem Erfahrungen. Nur weil ich zwei Hunde aus dem Ausland kenne und die sind problematisch darf ich nicht behaupten das alle so sind. Aber so passiert es Tagtäglich bei den Kommentaren.! Man hat seine Ehrfahrungen und deshalb ist das immer So???!!!. Ich bin der Überzeugung würden die Menschen toleranter , offener und Respektvoller zu einander sein. Könnte auch mehr für die Tiere erreicht werden.

    • Christoph sagt

      Ich stimme dir voll und ganz zu, Wettbewerb und Politik unter den Organisationen sollte es nicht geben, darunter zu leiden haben letztendlich genau die Tiere, denen geholfen werden soll. Welcher Hund es mehr verdient hat adoptiert zu werden ist eine Frage, die ich mir nicht anmaße zu beantworten denn es könnte sein, dass es auch einmal gleichbedeutend wäre mit der Antwort auf die Frage, welcher Hund es mehr verdient hätte zu leben. Verdient zu leben haben nämlich alle, selbstverständlich auch die Hunde von einem Züchter.

  17. Danke für diesen tollen Beitrag.
    Ich musste mir das oft anhören, bevor ich Tiffi zu mir geholt habe. Auch heute noch, wenn sie wieder mal sehr schreckhaft ist, Berührungen ausweicht oder sich vor anderen Hunden fürchtet heißt es: „Kein Wunder, dass der Hund so gestört ist. Ist halt ein Auslandshund.“

    Wenn man sie aber mit ihren Freunden spielen sieht, sieht wie sie den professionell sozialisierten Rassenhunden die Grundlagen der hündischen Kommunikation erklärt und den richtigen Umgang mit anderen Hunden, dann kann man nur Lachen.

  18. Christoph sagt

    Ich frage mich oft was die Menschen unter dem Begriff “sozialisiert“ verstehen. Telmo kann es nicht leiden wenn ein oder sogar mehrere Artgenossen im Tempo einer Abrissbirne auf ihn zukommen und ich habe deshalb schon oft zu hören bekommen, wir müssten an seiner Sozialisierung arbeiten. Vor einiger Zeit ist uns im Wald eine Frau mit einem größeren Hund entgegen gekommen. Schon auf 20 Meter bellt der Hund wie verrückt und bleibt stehen. Eine Situation in der Telmo eigentlich ebenfalls seine Stimme erhebt. An dem Tag war er stumm geblieben, er hatte seinem Artgenossen sogar den Rücken zugedreht und sich neben mich gelegt. Als die Halterin von Telmos Artgenossen dann mit ihrer Fellnase an mir vorbei gekommen war hatte sie sich bedankt. Auf meine Frage wofür hatte ich zur Antwort bekommen, ihr Hund wäre als Junghund in einem Tierheim in Rumänien zu mehreren erwachsenen Tieren in den Zwinger geworfen und dann so zerbissen worden, dass er inzwischen mehrmals operiert werden musste und panische Angst vor allen anderen Hunden hätte. Würde ihn ein anderer Hund ansehen, würde er freiwillig nicht an ihm vorbei laufen. Diese Frau hatte tatsächlich gedacht, ich hätte das erkannt und Telmo aufgefordert sich neben mich zu legen und ihrem Hund den Rücken zuzudrehen. Nein, ich hatte das nicht erkannt, ich wusste zu der Zeit viel zu wenig über die Körpersprache von Hunden aber seit dem Tag bin ich richtig stolz auf Telmo und kann nur lächeln wenn er als nicht sozialisiert bezeichnet wird.

  19. Seltsamerweise habe ich das Gefühl, dass es aus dem Ausland manchmal besser sozialisierte Tiere gibt als aus deutschen Tierheimen. Selbst wenn diese Tiere vielleicht nur auf der Straße gelebt haben, sind sie oft doch „freundlicher“ und leichter zu integrieren als die vom Menschen bereits verkorksten Hunde aus dem Tierheim.
    Ausnahmen gibt es bestimmt. Siehe Christophs
    Telmo, der auch stark traumatisiert war. Aber wenn ich in den Tierheimen schaue, wieviele „agressive“ und verhaltensgestörte Hunde dort sitzen, die deswegen nicht an Nullachtfünfzehn- Familien vermittelt werden können, dann kenne ich seltsamerweise mehr Auslandshunde als deutsche, die sich verhältnismäßig einfach in ihre neuen Zuhause vermitteln ließen.
    Dem Mensch sei dank….😕. Traurig.

  20. aloha sagt

    Hallo liebe Neele,
    von mir gab es lange nichts zu hören, ich hoffe, es geht Dir und Deinem Nachwuchs gut.
    Unsere Mijou ist mit knapp 15 gestorben, letztes Jahr im Juni, danach wollte ich erst keinen Hund mehr, denn nie kann es einen geben , der auch nur annähernd so ist wie sie.
    Allerdings haben wir es nicht ohne Hund ausgehalten……und so Anfang Oktober Anton aus dem Tierheim zu uns geholt. Er ist 13 Jahre und so ganz anders . Er kommt zwar nicht aus dem Ausland aber einfach ist es wirklich nicht mit ihm….Trotzdem ist es auch irgendwie wundervoll ihn bei uns zu haben . Allerdings weiß ich nicht , ob ich so eine Herausforderung jemals noch mal machen würde….
    Schönen Sonntag und allerliebste Grüße

    • Liebe Polly, so schön von dir zu hören, weniger schön natürlich das mit Mijou ;-( Das tut mir so leid…ich weiss ja, wie es sich anfühlt. Wilma sage ich auch jeden Tag: „Du wirst steinalt, sonst gibt es kein super duner Hundemenü mehr.“ 😉 Ich hoffe, sie versteht die Drohung und tut wie ihr befohlen…wenigstens dieses eine Mal, hehe. Das mit dem neuen Zuwachs klingt aber doch schön. Ich wette der alte Herr knutscht euch jeden Tag ab, weil ihr ihm wundervolle Jahre schenkt. Was macht er euch denn für Sorgen? Gern auch per Mail, freu mich so von dir zu hören.
      Schmatzer an alle!!!
      Wilma und ich

  21. Hanne sagt

    Hallo,
    sehr schöner Beitrag und ich stimme voll zu. DEs ist eine Wundertüte, die man bekommt und wenn man diesem Lebewesen Zeit und Geduld gibt, hat man einen wunderbaren Gefährten gefunden.
    Liebe Grüße von Wendy (der Straßenhündin) und Hanne

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