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Checkliste: So findet ihr den perfekten Hundesitter!

Hundeblog Fiffibene Hunde vermissen

 

Seinen Hund weggeben?! Freiwillig?! Das kann doch nur jemand übers Herz bringen, der seinen Hund nicht liebt und den Sinn des Zitats von Jane Swa nicht versteht:

„Ich komme gleich wieder, ergibt für einen Hund keinen Sinn. Alles, was er weiß, ist, dass du fort bist.“

 

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Wilma hat eine Ersatzmama

Als wir Wilma in unser Rudel geholt haben, konnten wir uns die Woche aufteilen: 2,5 Tage arbeitete der eine, die restlichen 2,5 Tage der andere Zweibeiner im Homeoffice. Das war Bedingung für den vierbeinigen Familienzuwachs. Soweit so gut.

Hundeblog Fiffibene Ein Hund zog ein

Die zuckersüße, kleine stolze Französin…

Dann der Umzug nach Stuttgart: Neue Jobs, erst einmal kein Homeoffice. Die einzige Option für die ersten Monate: eine liebevolle Ersatzmama oder ein Ersatzpapa für wenige Stunden. Es blieb genügend Zeit, ausgiebig zu recherchieren, sich zu informieren und Sitter in spé auf den Zahn zu fühlen. Die Entscheidung sollte schließlich wohlüberlegt sein. Es ging um das Wertvollste, das in unser Leben getreten ist: Wili-Wutz, the Master of Desaster.

Zuckersüß, charmant, wild sucht…

Nur das Beste sollte in diesem Fall gut genug sein. Hundepension? No way, da geht Wilma ein. Jemand, der nur zum Gassi und für Spielstunden vorbeikommt? Nee, reicht nicht für Miss Wirbelwind. Völlig ausgeschlossen. Wilma sollte ein richtiges Ersatzzuhause für die Stunden finden, in denen wir ihre Hundekuchen verdienten. Eine Privatperson musste her, eine richtige Ersatzmama! Aber woher nehmen, wenn Familie, Freunde, Bekannte, Verwandte fast 600 km bzw. 700 km entfernt sind?

Hundeblog Hundesitter finden

Ich fing an zu recherchieren und fand einige Tiersitter- und Betreuungs-Portale. Manche machten einen guten Eindruck, andere weniger (Tipp: betreut.de, hier findet ihr eine unabhängige Bewertung: click).

Ich suchte in unserem näheren Umkreis: Wessen Beschreibung passte am ehesten, wer schien auf den ersten Blick sympathisch und wer hatte vor allem bereits genügend Hunde-Erfahrung, im besten Fall selbst einen Hund?

Ich telefonierte und traf einige Leute. Unsere erste Auswahl war ein absoluter Reinfall. Ich habe „Anzeichen“, die diese Person sofort hätten disqualifizieren müssen, nicht registriert. Wilma war nur kurz dort, wie ihr euch sicher vorstellen könnt. Unsere zweite Sitterin war ein absoluter Traum! Hundeerfahren, selbst liebevolle Besitzerin zweier Hunde und eine durchsetzungsstarke, ruhige Persönlichkeit. Die Chemie stimmte – auf zwei – und vier Beinen.

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Leider konnte dieser Glücksfall nach einem Jahr nicht mehr als Hundesitterin arbeiten. Da hieß es: sich wieder auf die Suche nach der besten Ersatzmama oder dem besten Ersatzpapa begeben. Auch die dritte Wahl war nach ausgiebigem Recherchieren, Treffen, Prüfen ein Glückstreffer: Nur 4 km von uns entfernt war eine nette Familie auf der Suche nach einem Spielkameraden für ihren eigenen, sehr lebenslustigen, aufgeweckten Hund. Der erste Eindruck: perfekt. Der zweite: blieb es. Volltreffer!

Wilma spielt oder chillt während wir ihre Leckerlis verdienen.

 

Ein paar Verhandlungen mit unseren Arbeitgebern später, hatten wir dann auch wieder die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten – zumindest für je einen Tag in der Woche. Zwei halbe Tage ist Wilma seitdem bei ihrer besten Freundin, die anderen zwei halben Tage erholt sie sich zuhause und tankt ihre Energiereserven auf, während wir ihr Hundefutter verdienen. Besser hätte es nicht kommen können.

Wilma ist an zwei Tagen für 4 Stunden bei ihrer besten Freundin, den Rest bei uns!

 

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Wilma, der Wirbelwind!

Seid ihr auch auf der Suche?

Egal, ob ihr eine Fernreise ohne euren Hund plant (wir reisen nie ohne Wili) oder beruflich eingespannt seid, ein Ersatzherrchen oder -frauchen kann euch zeitweise unterstützen. Für die Auswahl gibt es allerdings einiges zu beachten! Es geht schließlich um etwas sehr Wertvolles: das Wohlergehen eures Lieblings.

Prüft das Ersatzherrchen oder –frauchen in spé auf Herz und Verstand!

 

Generell gilt: Hört auf euer Bauchgefühl und das eures Hundes. Fühlt dem Sitter in spé ordentlich auf den Zahn! Meist zeigt sich auf den ersten Blick, wer mit Tierliebe und Sachverstand am Werke ist. Natürlich sollten sich auch die Hunde riechen können. Testet das mehrere Mal aus, bevor ihr euch entscheidet.

Hundesitter: Prüft diese 8 Punkte!

Das Vertrauen

Ehrlichkeit und Vertrauen sind unglaublich wichtig, wenn ihr euren Vierbeiner in fremde Hände gebt. Es ist schwer genug – auch wenn es nur für ein paar Stunden ist. Daher müsst ihr eurem Hundesitter zu 1000 Prozent vertrauen können. Das geht nur, wenn er ehrlich ist und sich an Vereinbarungen hält. Unsere erste Sitterin – der „Reinfall“ – war weder ehrlich noch hat sie sich an Abmachungen gehalten. In Wilmas empfindlichem Bäuchlein landeten Spareribs und anderes absolut hundeuntaugliches Zeug. Jedes Mal hatte Wilma nachts Durchfall – allerdings nur an den Tagen, an denen sie bei dem „Reinfall“ war. Durchfall durch „Reinfall“ (konnte ich mir jetzt nicht verkneifen).

Die Ehrlichkeit

Ehrlichkeit ist eine der wichtigsten Eigenschaften des Hundesitters in spé. Das war beim „Reinfall“ natürlich auch Mangelware. Nachdem wir Wilma eines Abends abgeholt hatten, ist im Laufe des Abends ihr Auge komplett zugeschwollen. Diagnose des Tierarztes: schweres Hämatom. Wir vermuteten, dass Wilma in der Wohnung beim Toben mit den anderen Hunden vor die herausstehende Eisenverzierung einer Treppe gestoßen ist. Darauf angesprochen, hat die Sitterin behauptet, es wäre nicht bei ihr passiert. Ohne Worte. Und Adios.

Die Zuverlässigkeit

Ehrlichkeit, Vertrauen und Zuverlässigkeit gehören eigentlich als Einheit zusammen. Denn wenn jemand nicht ehrlich und zuverlässig ist, könnt ihr ihm nicht vertrauen. Vertrauen ist aber das A und O. Wenn das nicht möglich ist, bringt euren Hund nicht mehr zum Sitter. Zuverlässigkeit bezieht sich auf Absprachen, wie beispielsweise bezüglich des Futters, Leckerlis, Freiheiten (Leine ja oder nein), Gassigeh- und Erholungszeiten, Abhol- und Abgabezeiten.

Der Umgang mit dem eigenen Hund

Ihr erkennt meist ganz gut, wie der Hundesitter mit Hunden umgeht, indem ihr beobachtet, wie er mit seinem eigenen Hund umgeht. Bei unserem „Reinfall“ hätten alle Alarmglocken schrillen müssen: Ihr eigener Hund hat Abstand von ihr genommen, sie hat die Hunde verhätschelt, vermenschlicht, nicht Hund sein lassen. Auf den ersten Blick sah es nach einer liebevollen Umgebung aus. Auf den zweiten nach der absoluten Katastrophe. Sie war völlig besessen von Wilma und wollte sie uns gar nicht mehr zurückgeben. Zudem gab es keine Grenzen, Regeln und Sicherheiten für die Hunde. Der Sitterin haftete nicht der leiseste Hauch einer „Führungspersönlichkeit“ an. Die Hunde haben sie nicht respektiert. Der Nasentanz stand jeden Tag auf dem Programm.

Die Verantwortung

Euer Sitter in spé muss sich der Verantwortung bewusst sein, die ein fremder Hund mit sich bringt. Es ist etwas anderes, seinen eigenen Hund zu beaufsichtigen oder den eines anderen. Ein gutes Zeichen ist, wenn sich der Hundesitter nach eurem Hund erkundigt, sich über Gewohnheiten, Verhaltensauffälligkeiten sowie dem Gesundheitszustand (z.B. auch nach dem Impfpass) eures Hundes informiert. Das zeugt von echtem Interesse, Fürsorge und Tierliebe. Es sollte zudem klare Absprachen geben. Klärt zum Beispiel unbedingt, wie er in Notsituationen verfahren sollte (Telefonnummern, Tierarzt etc.).

Das Herzblut

Die Betreuung sollte nicht bloß ein Job sein oder ein netter Nebenverdienst. Es sollte dem Hundesitter Spaß machen. Er sollte nicht nur etwas von Hunden verstehen, sondern auch Herzblut und echte Fürsorge investieren.

Die Sympathie

Sind die Betreuer euch und eurem Vierbeiner sympathisch? Das ist ein unglaublich wichtiger Punkt. Denn was bringt euch ein Hundesitter, der eine ellenlange Liste besuchter Seminare, zig Zertifikate und jahrelange Erfahrung vorweisen kann, wenn die Chemie nicht stimmt. Euer Hund zeigt euch ganz deutlich, ob er sich wohl fühlt. Ihr kennt ihn am besten. Aber auch wenn euer Instinkt „Finger weg!“ schreit solltet ihr auf ihn hören.

Die Umgebung

Ist das Zuhause auf Zeit „hundgerecht“? Stimmt die Hygiene? Damit meine ich nicht, dass man vom Boden essen kann. Das ist in einem Haushalt mit Hund wahrscheinlich immer nur kurzfristig möglich. Ich meine damit, ob die Näpfe sauber sind, das Wasser regelmäßig erneuert wird und der Garten kein ausgewachsenes Tretmienen-Feld ist. Zudem solltet ihr checken, ob genügend Fress- und Trinknäpfe zur Verfügung stehen oder ihr diese von zu Hause mitbringen könnt/dürft. Gleiches gilt für die Liegeplätze für die Erholungspausen. Prüft, ob die Hunde genügend Platz und Auslaufmöglichkeiten haben oder sich zumindest regelmäßig außerhalb der Wohnung/des Hauses austoben können.

Eine weitere Checkliste mit offizielleren Kriterien (v.a. Hundepensionen) findet ihr hier.

Weitere Infos

Betreut.de
Gudog (mehr Infos im Interview mit Gudog!)
Leinentausch
Schnuff & Co.
Tierhelden
Haushüter

Ich hoffe, dass ich euch ein wenig weiterhelfen konnte.

 

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Neele
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