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Der Hund als Sündenbock?!

Fiffibene Hundeblog Hund und Gesellschaft
Neele
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Sind Hunde denn nur ein Sündenbock, an dem sich die Menschen reiben, austoben und abreagieren? Wie ich darauf komme? Menschliche Aggressionen entladen sich meiner Meinung nach immer öfter am „Stellvertreter“ Hund: Stellvertreter deswegen, weil nicht der HUND das Problem ist, sondern der MENSCH. Der Mensch ist ein seltsames und leider auch sehr grausames Wesen…das möchte ich im folgenden Beitrag begründen.

Hundeverbot am Schlachtensee in Berlin

Ein Beispiel: In Berlin tobte vor einigen Wochen ein Streit. Hoch offiziell im Henry-Ford-Bau der Freien Universität und von einem Vertreter des Senats begleitet, „diskutierten“ Hundebesitzer und solche ohne Hund über das bevorstehende Hundeverbot am Schlachtensee (Hunde dürfen nicht mehr in Ufernähe laufen). Eine Diskussion kam eigentlich nicht wirklich zustande. Stattdessen erschöpfte sich das „Bürgergespräch“ laut Medien in Tumulten. Die einen fühlten sich diskriminiert. Die anderen fühlten sich von Hunden belästigt – wahrscheinlich eher von den Menschen am anderen Ende der Leine. Denn: Die Hunde können nichts dafür, wenn ihre Halter sie nicht im Griff haben. Leider werden wieder alle in Sippenhaft genommen und der Auslauf wird beschränkt. Leidtragender: der Hund.

Glück Hund

Immer wieder vergiften Hundehasser Hunde

Hundehasser legen immer wieder mit Gift beziehungsweise Rasierklingen präparierte Köder aus. Fast täglich lese ich in diversen Medien und in den sozialen Netzwerken von grausamen Morden an unschuldigen Fellnasen. Nur wenige Hunde können gerettet werden. Viele sterben einen qualvollen Tod. Warum!? 

Traurigkeit, Unverständnis, Wut, Ohnmacht, Angst, aber keine Antwort auf die Frage nach dem „Warum“!

 

Es gibt keine Antwort auf dieses „Warum“ – außer: Es gibt Menschen, die einfach eingesperrt gehören, weil sie ihre Aggressionen nicht unter Kontrolle haben. Sie sind feige. Sie sind ekelhaft. Sie sind krank. Sie sind skrupellose Mörder. Kein einziges Argument ist berechtigt, solche Gräueltaten in irgendeiner Weise zu erklären. Und wieder ist der Hund Objekt für Hass und menschliche Abgründe.

Es gibt Menschen, die einfach eingesperrt gehören

 

Hassblatt gegen Hunde

Kennt ihr das Hassblatt „Kot und Köter – Die Zeitschrift für den Deutschen Hundefeind“, das vor etwa einem Jahr vom Hamburger Journalisten Wulf Beleites auf den Markt gebracht wurde? Geschmacklos würde ich das nennen, auch wenn behauptet wird, dass es „nicht ernst gemeint“ ist, es sich schließlich um ein Satireblatt handele. Ah ja! Abnehmer scheint es ja scheinbar zu geben. Und was ist der Mehrwert? Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit dürfen Hundegegner sich in diesem Magazin austoben und gegen Hunde stänkern. Die können sich ja schließlich nicht wehren. Momentan läuft übrigens ein Ermittlungsverfahren gegen den Herausgeber, weil er in einer der vergangenen Ausgaben zum Auslegen von Giftködern aufgerufen habe.

Ein Magazin, in dem sich Hundegegner austoben…

 

Intolerante Menschen im Alltag

Immer wieder begegnen wir im Alltag Menschen, die eine Abwehrhaltung gegenüber Hunden und ihren Hundebesitzern haben und daraus auch keinen Hehl machen. Ich toleriere Menschen, die Hunde nicht mögen oder Angst vor ihnen haben. Ich respektiere, dass sie keinen Kontakt zu meinem Hund haben mögen und rufe Wilma zu mir, wenn ich auf solche Leute treffe. Das nennt man Rücksichtnahme. Aber blöke ich sie deswegen schon von weitem an? Nein. Gibt es einen Grund, dass sie uns anpöbeln, wenn wir uns vernünftig und respektvoll verhalten? Wieder nein. Andersherum scheint es aber nicht so selbstverständlich zu sein.

Hundewiese

Letzens auf irgendeiner Wiese: Wilma sucht sich ihr Plätzchen. Sie muss mal. Groß. Die Papertüte ist bereits gezückt und wartet auf ihren Einsatz während Wili noch zwei Mal hin und her wackelt, sich dreht und in Position bringt. Genauso schnell steht eine Frau neben mir. Wie aus dem Nichts, sodass ich zusammenzucke als sie losprustet: „Das machen Sie aber weg!“. Ich war so perplex, dass ich nur auf die Tüte in meiner Hand starrte und entgegnete, dass ich die Tüte ja schon gut sichtbar in der Hand hielte…Was blieb: inneres Kopfschütteln.

„Das machen Sie aber weg!“

 

Bei uns in der Gegend sind einige Schrebergärten. Immer wieder fällt uns auf, dass die Leute – scheinbar in Ermangelung einer Gartentoilette – einfach ihr Geschäft am Weg vor den Gärten verrichten. Vielleicht sind es auch Kinder. Keine Ahnung. Auf jeden Fall scheinen es Menschen zu sein, die sich dort erleichtern (übrigens auch im Wald…)! Denn neben den Hinterlassenschaften liegen haufenweise Papiertaschentücher.

Fiffibene Hundeblog

Jetzt fühlte sich ein Anwohner berufen, ein nettes Schildchen zu basteln. Super Idee. Allerdings mit einem groben Fehler: Darauf gemalt war ein Hund in eindeutiger Pose. Wer bitte wischt seinem Hund den Po ab? Aber natürlich muss es ein Hund gewesen sein. Ist doch klar wie Kloßbrühe…

Ein trauriges Abbild der Gesellschaft?

Ich könnte noch einige weitere Beispiele und Beobachtungen aufzählen, belasse es aber hierbei. Warum muss immer der Hund herhalten? Man könnte meinen, dass die Rolle des Hundes beziehungsweise die Haltung ihm gegenüber den aktuellen Zustand der Gesellschaft abbildet. Hoffen wir, dass sich solche Abwehrhaltungen nicht übermäßig auf weitere Teile der Gesellschaft ausweiten.

Fiffibene Hundeblog

Hundebesitzern bleibt nur eines übrig: Selbst respektvoll miteinander umgehen, Rücksicht nehmen und die Ohren auf Durchzug stellen, wenn uns mal wieder ein intoleranter Mensch über den Weg läuft (So verpasst ihr Hundekritikern einen Maulkorb). Leider wird es wohl so lange feige Giftköder-Ausleger geben, wie es kranke Menschen gibt, die nicht zu erwischen und zu bestrafen sind. Daher müssen wir umso aufmerksamer sein, wenn wir mit unseren Hunden Spazierengehen. Viele von euch werden wahrscheinlich schon über ein Anti-Giftköder-Training nachgedacht haben. So geht´s: Click!

Damit das Tierschutzgesetz verschärft wird, unterschreibt diese Petition. Damit fordern wir die Fraktionen der CDU, der SPD, der Partei „Die Linke“ und von Bündnis 90 / Die Grünen auf, schnellstmöglich ein neues Tierschutzgesetz zu verabschieden!

Wenn ich könnte, würde ich mir vor allem eines wünschen:

  • Kein Hund darf mehr an Giftködern sterben
  • kein Hund darf mehr misshandelt werden
  • jeder Hund soll artgerecht gehalten werden
  • jeder Hund sollte ein liebevolles Zuhause bekommen!

Denn: „Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen.“ (Friedrich II., der Große). Leider müssen sie oftmals für diese Fehler geradestehen….

Was sind eure Erklärungen und Erfahrungen als Hundebesitzer? Wie seht ihr die Spannungen zwischen Hundehaltern und Nicht-Hundehaltern?

 

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