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Der Hund mit dem Konto

Hundeblog Fiffibene

Kleine, süße, braune Knopfaugen schauen dich an. Sie verzaubern dich.
So war es bei mir und Lemmy. Meinem Freund ging es genauso.

Von Anna Lenz

 

Als wir Lemmy das erste Mal sahen, war er in einem Zwinger zusammen mit einer hübschen, genauso jungen Hündin untergebracht. Sein Schwanz wedelte aufgebracht hin und her. Für diesen kleinen Kerl schlug mein Herz! Dann erzählte uns die Tierschützerin, dass Lemmy schon von vielen Leuten Besuch bekommen hatte, allerdings wollte ihn dann doch keiner haben. Der Grund dafür ließ mich erschaudern – und noch ein kleines bisschen schlechter über uns Menschen denken.

Was berechtigt Menschen dazu, Lebewesen auszusortieren?

Kinder brachen Lemmy in seinem Geburtsland Rumänien den Fuß. Nicht, weil sie ihm helfen wollten, nein, weil sie ihn verletzen wollten. Denn: Zu diesem Zeitpunkt gab es das Gesetz, dass nur verletzte Hunde getötet werden dürften. Deshalb bekamen Menschen, die Hunde verletzten, Geld. Auch Kinder wurden dazu angestiftet. Jetzt saß dieser kleine Mann mit dem zertrümmerten Fuß aber nicht mehr in Rumänien, sondern in Deutschland. Und keiner wollte ihn. Wieso sortieren wir Menschen so aus? Wieso nehmen wir es uns heraus, andere Lebewesen zu sortieren – auszusortieren!

Uns war Lemmys Verletzung egal!

Die Tierschützerin hatte sich schon damit abgefunden, dass Lemmy für immer bei ihr bleiben würde. Das wäre für sie nicht schlimm gewesen, denn für die Dame aus dem Tierschutz ist jeder Hund gleich und sie hat Lemmy aus tiefstem Herzen geliebt. Da standen wir nun und verloren unser Herz an diese treuen, aber ängstlichen Augen.

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Lemmy bekam ein neues Leben geschenkt. Foto: Anna Lenz

Die Tierschützerin klärte uns auf, dass der Fuß von einem Tierarzt untersucht und dabei festgestellt wurde, dass der Knochen falsch zusammen gewachsen war und man nichts mehr machen kann – außer irgendwann amputieren. Der Tierarzt stellt auch in Aussicht, dass Lemmys Hüfte irgendwann nicht mehr so mitmacht, da er oft auf drei Beinen durch die Gegend hüpft (und dabei immer noch die meisten Hunde abhängt!). Nachdem wir das mit Lemmys (damals noch Finn) Verletzung erfahren hatten, gingen wir erstmal mit ihm und seiner Zwingerfreundin Gassi. Ich sah meinen Freund an und ich wusste es. Ihm war Lemmys Verletzung genauso egal wie mir!

Wir richteten ein Notfallkonto ein

Zwei Wochen nach diesem Spaziergang zog Lemmy bei uns ein! Wir haben uns viele Gedanken gemacht, was wir tun, wenn er Probleme mit seiner Hüfte oder mit seinem Fuß bekommt. Schließlich haben wir uns dazu entschlossen, ein Konto für Lemmy zu eröffnen. Wenn wir Geld übrig haben, zahlen wir es auf dieses Konto ein. Sobald die Renovierung unserer Wohnung geschafft ist (wir ziehen gerade in eine Eigentumswohnung um), zahlen wir per Dauerauftrag regelmäßig Geld auf dieses Konto ein.

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Anna mit ihren beiden Fellnasen Lemmy und Iggy. Foto: Anna Lenz

Verantwortung übernehmen – auch in finanzieller Hinsicht

Warum wir uns für diese Lösung entschieden haben und nicht für eine Krankenversicherung? Ich finde die Krankenversicherung für Tiere momentan noch ziemlich undurchsichtig. Außerdem konnte uns keiner garantieren, dass im Falle einer Amputation die komplette OP übernommen würde. Mit unserem Konto weiß ich, dass wir Geld in der Hinterhand haben, wenn mal etwas Größeres anstehen sollte.

Ich finde es sehr wichtig, dass man sich über solche Dinge Gedanken macht und zwar nicht nur, wenn man wie wir, einen Handicap-Hund hat, sondern bei jedem Hund. Denn wie schnell kommt es zu einem Unfall, zu einer kleinen Unachtsamkeit unsererseits und schon flattern hohe Tierarztkosten ins Haus. Dann will man doch abgesichert sein und seinem felligen Partner so gut helfen wie es geht und nicht darüber nachdenken müssen, wie man auf die Schnelle so viel Geld zusammen bekommt. Seit Iggy bei uns eingezogen ist, schätze ich das Sparkonto noch mehr. Im Dezember 2014 hatte Iggy eine ziemlich schlimme Blasenentzündung und wir mussten wirklich oft zum Tierarzt. Ohne dieses Konto wären wir wohl ziemlich blöd dagestanden. So wussten wir, wir können für die Versorgung unseres Hundes sorgen.

Das ist meiner Meinung nach das Wichtigste. Ein Hundehalter sollte sich nicht nur über die richtige oder falsche Erziehung, das richtige oder falsche Futter, sondern eben auch über die finanzielle Vorsorge für seinen Hund Gedanken machen.

 

Wie sorgt ihr für eure Hunde finanziell vor?

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Zur Gastautorin Anna Lenz

Anna ist nicht nur Frauchen der beiden Fellnasen Lemmy und Iggy. Sie schreibt seit einem Jahr den Lifestyle- und Hundeblog Canistecture. Im Hundeblog berichtet Anna vom Leben und Wohnen mit Hund. Sie gibt euch nicht nur Tipps, wie ihr mit Hund eine Wohnung findet, was bei der Besichtigung zu beachten ist, sondern testet auf ihrem Hundeblog Produkte, erzählt Geschichten aus dem Alltag, teilt Gedanken und Rezepte für Hundekekse und DIY-Ideen mit euch. Neben den Schwerpunktthemen Wohnen, Einrichtung, Outdoort und Hund informiert sie zudem über Technik, Travel und Mode.

Das Canistecture-Rudel findet ihr auch auf Twitter, Facebook  sowie Instagram.

 

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Hi, ich bin Neele, #Hundenärrin, #Hundemama, #Hundehaarmagnet, #Bücherwurm, #Textmaniac. Auf diesem Hundeblog schreibe ich über das Leben mit Hund. Im Hundeblog findet ihr Trends, Lustiges, Ernstes, Absurdes, Wissenswertes. Ich sage nur: Let the dogs rock the world!
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Hi, ich bin Neele, #Hundenärrin, #Hundemama, #Hundehaarmagnet, #Bücherwurm, #Textmaniac. Auf diesem Hundeblog schreibe ich über das Leben mit Hund. Im Hundeblog findet ihr Trends, Lustiges, Ernstes, Absurdes, Wissenswertes. Ich sage nur: Let the dogs rock the world!

10 Kommentare

  1. Der Artikel hat mich richtig berührt und wir finden es super! Meine Eltern haben sich auch, aber schon vor Jahren, für einen Hund mit Behinderung entschieden (er hat nur drei Beine). Am Tag der Abholung, ist Roki ausgebrochen – und hat einen Hasen erlegt 😀 – soviel zu „Ohhhhh der hat ja nur drei Beine…keine Lebensqualität…einschläfern“ – da bekomme ich immer Hass, wenn ich sowas von ignoranten Leuten höre!

    Seitdem unser Lunchen im Junghundalter mal sehr krank wurde (Ursache unbekannt) und wir täglich zum Tierarzt mussten, einmal sogar in die Tierklinik (Sonntags), wissen wir unser Sparbuch sehr zu schätzen. Dieser finanzielle Aspekt darf nie außer Acht gelassen werden!

    Deswegen finde ich diesen Artikel einfach nur super!

    LG Jérôme

  2. Severine und die Wuffstock-Band sagt

    Was für ein schöner und anregender Artikel, vielen lieben Dank an Anna und Neele dafür! Luna und Milow haben auch ein Sparkonto für den Fall der tierärztlichen Notfälle. Dazu kommt eine Risiko-Lebensversicherung, die an unser Waldtierheim ausgezahlt wird, falls mir mal etwas zustösst und die Hunde alleine sind. Mit denen habe ich eine Nachlassvertrag, dass die sich darum kümmern, dass die beiden gut versorgt werden und schnell wieder in anständige Hände kommen. Geregelt wird das über den Service ‚haustier112.de‘, eine sehr empfehlenswerte Dienstleistung für alleinstehende Hundler. … Ja, man sollte für seine Schutzbefohlenen vorsorgen, auf jeden Fall und unbedingt!

    Liebe Grüße
    Severine, Luna und der Halunke

  3. Socke-nHalterin sagt

    Die Frage, die sich mir stellt ist, ob ihr eine Versicherung für einen kranken Hund hättet bekommen, bzw. ob diese finanzierbar gewesen wäre. Ich freue mich, dass Ihr Lemmy eine Chance gegeben hat und, dass Ihr so verantwortungsvoll mit Euren Tieren lebt. Auch wir haben immer etwas zurückgelegt. Dabei hoffen wir so sehr, dass wir es nicht brauchen.

    Viele Grüße und ein schönes Osterfest
    Sabine mit Socke

  4. Hallo ihr Lieben,

    Sehr schöner Artikel und es freut mich so, dass es so liebe verantworungsvoööe Hundebesitzer gibt!!! Eben, ein Hund kostet Geld und darüber sollte man sich schon vorher Gedanken machen.

    Wir persönlich haben eine OP-Versicherung und zusätzlich eine Spardose, in die wir immer etwas Geld stecken. Inzwischen hat sich schon einiges angesammelt und wir sind ein wenig beruhigter für den Fall dass…

    Liebe Grüße Diana & Abby

  5. Hallo liebe Neele und liebe Anna,

    eine absolut tolle Idee, die wir hier umgehend selber einführen werden. Wieso bin ich eigentlich nie vorher auf die Idee gekommen? Für meine Söhne habe ich ja auch seit vielen jahren Sparkonten laufen …

    Vielen Dank für einen wirklich tollen Denkanstoß
    Liebe Grüße
    Anke

  6. Eine super Idee! Ich bin bei Krankenversicherungen auch immer etwas skeptisch. Die Erfahrung, die ich von anderen mitbekommen habe, ist, dass viele Sachen eben nicht bezahlt werden, wenn sie zB als „rassetypisch“ abgestuft werden, oder eben wenn die Krankheit bei Abschluss der Versicherung schon bekannt war – Also wäre das in diesem Fall vermutlich auch nicht der richtige Weg. Ich habe zwar kein extra Konto nur für meine Hunde, aber ein Notfall-Sparkonto, auf dem ich immer zusehe einige Rücklagen zu haben und auch wann immer ich kann wieder etwas drauf mache. Das ist zwra nicht nur für meine Hunde, sondern für alle erdenklichen Notfälle im Allgemeinen, aber etwas Rücklagen zu haben, finde ich bei Hunden immer wichtig, denn man weiss nie, was Mal passieren kann.

    • Liebe Monika, ja, Rücklagen sind immer ratsam. So machen wir es auch…und wir hatten auch schon die ein oder andere Rechnung ;-(
      Ganz liebe Grüße

  7. Toller Artikel, Anna!
    Wir haben vor knapp 3 Monaten eine 12 Jahre alte Golden Retriever Prinzessin zu uns genommen und seit dem frisst sich der Gedanke „Was ist, wenn sie mal richtig krank wird?“ ständig in meinen Kopf. Sie hat schon Athrose und Augenprobleme (Gott sei Dank alles noch im 2stelligen Bereich zu bezahlen) und wer weiß, was da noch kommt?
    Die Idee mit dem eigenen Konto ist mir auch irgendwie lieber als eine OPV oder KV, da weiß man ja irgendwie nie was man bekommt.
    Danke, für den tollen Post!

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