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„Der Wolf ist zurück“: Interview mit Elli H. Radinger

Fiffibene Hundeblog

„Der Wolf ist zurück. Was mache ich, wenn…“ ist der Titel des neu erschienenen Buches von Elli H. Radinger und Günther Bloch, das man jedem in und auch außerhalb von Wolfsgebieten ans Herz legen sollte.

Seit der Rückkehr des Wolfes nach Deutschland beginnen auch die Ängste wiederzukehren. Es herrscht Unsicherheit, wie mit dem Rückkehrer umzugehen ist. Zudem gießen einige Interessengruppen noch zusätzlich Öl ins Feuer. Mit ihrem Buch schaffen Radinger und Bloch Aufklärung und damit Verständnis. Wie ich finde, ein Buch, das genau zum richtigen Zeitpunkt erscheint. Denn nicht nur in Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen ist die Rückkehr des Wolfs in heimische Wälder Thema – auch in Nordrhein-Westfalen wurden erste Fotonachweise der Tiere erbracht.

Der Wolf am Fenster Fiffibene Hundeblog

Wie schätzt ihr die Situation seit der Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ein?

Wir begrüßen die Rückkehr, denn wir wissen, dass wir nichts von den Wölfen zu befürchten haben. Allerdings sind sehr viele Menschen beunruhigt. Die Medien sind mit ihrer Panikmache auch nicht gerade hilfreich.

Wurde die Bevölkerung eurer Meinung nach zu wenig informiert und aufgeklärt?

Ja, vor allem wird immer noch viel zu viel Unsinn von sogenannten „Experten“ verbreitet, die leider keine Ahnung vom Verhalten wild lebender Wölfe haben.

Euer Buch versucht irrationale Ängste durch Aufklärung abzubauen. Warum wissen die Leute immer noch so wenig über diese wunderbaren Geschöpfe?

Bisher waren ja eher die Hundehalter und „Wolffreaks“ über Wölfe informiert. Inzwischen dringt der Wolf aber auch in das Leben derer ein, die ihn bisher nur aus dem Märchen und aus Filmen kannten. Und die Realität ist nun einmal kein Disneyfilm.

Warum ist es positiv, dass die Wölfe wieder zurück sind?

Abgesehen davon, dass Wölfe gut für das Ökosystem sind, weigere ich mich, überhaupt die Existenz einer Tierart zu begründen. JEDE Tierart hat ein Recht auf Leben in ihrem angestammten Lebensrau.

Inwiefern müssen sich die Wolfsregionen noch besser auf den Rückkehrer einstellen?

Wir brauchen einen bundesweiten Managementplan und sehr viel mehr Aufklärung über den Wolf. Außerdem müssen Nutztierhalter aufrüsten.

Was erwartet den Leser in eurem Buch?

Konkrete Aufklärung statt Panikmache.

Elli, vielen lieben Dank für das Interview!

 

Elli Radinger

Elli Radinger mit Shira. Foto: Ulla Bergob

 „Der Wolf ist zurück. Was mache ich, wenn…“

„Der Wolf ist zurück. Was mache ich, wenn…“ ist ein sehr empfehlenswertes Buch, das genau zum richtigen Zeitpunkt von zwei erfahrenen Wolf-Experten veröffentlicht wurde.

Buch Der Wolf ist zurück

Günther Bloch und Elli H. Radinger erforschen seit 25 Jahren wild lebende Wölfe und kennen ihr Verhalten aus eigener Anschauung. Mit dem 64 Seiten starken Ratgeber bieten sie in der überhitzten Atmosphäre fundierten Rat für alle, die in Wolfsgebieten leben. Neben interessanten Informationen zum Wolfsverhalten erfahrt ihr zum Beispiel auch, wie ihr euch als Spaziergänger oder Wanderer mit Hund bei einer Wolfsbegegnung verhalten solltet. Weitere Kapitel richten sich an Rettungshundestaffeln, Mantrailende und an Menschen mit läufigen Hündinnen. Was ist zu tun, wenn ich eine Wurfhöhle finde, einen Wolf innerhalb einer Ortschaft oder in der Nähe eines – zum Beispiel – Kindergartens sehe? Darauf und auf vieles mehr findet ihr Antworten in diesem Buch. Auch für Jogger, Radfahrer, Reiter sowie Nutztierhalter sind viele wertvolle Tipps im Buch enthalten.

Zu Elli Radinger & Günther Bloch

Elli H. Radinger ist Fachjournalistin und Buchautorin mit Schwerpunkt Wolf und Hund. Sie hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und ist seit 1991 Herausgeberin des Wolf Magazins. Hier gelangt ihr zur Buchrezension von Elli Radingers „Der Wolf am Fenster“. Hier findet ihr das Statement von Elli H. Radinger für die Fiffibene Reihe „Das Leben mit Hund ist einzigartig, weil…“. Einen Großteil des Jahres verbringt die unabhängige Wolfsexpertin und Naturforscherin im amerikanischen Yellowstone-Nationalpark in Wyoming, um dort wilde Wölfe zu beobachten. Radinger arbeitet als Freiwillige im Wolfsprojekt mit, veranstaltet Wolfsbeobachtungsreisen und zeigt als Guide interessierten Wolfsfreunden das Verhalten der Beutegreifer.

Günther Bloch ist Autor zahlreicher Fachbücher. Er leitet bis heute die Bow Valley Wolf Behavior Observation Study, die Langzeitverhaltensbeobachtungen an Rocky Mountain Timberwölfen durchführt. Günther Bloch lebt mit seiner Frau und seinen Hunden Timber und Raissa in der Prärie von Südwest- Alberta am Rande der Rocky Mountains. Weitere Informationen findet ihr auf der Webseite des Autors.

 

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Hi, ich bin Neele, #Hundenärrin, #Hundemama, #Hundehaarmagnet, #Bücherwurm, #Textmaniac. Auf diesem Hundeblog schreibe ich über das Leben mit Hund. Im Hundeblog findet ihr Trends, Lustiges, Ernstes, Absurdes, Wissenswertes. Ich sage nur: Let the dogs rock the world!
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2 Kommentare

  1. Hm, es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis ich auf einen echten Wolf in Freiheit treffen werde. Die meisten Wildtiere, die ich gesehen habe, sind darauf aus, so schnell wie möglich aus meinem Gesichtskreis zu verschwinden… 😉 Es bleibt kaum genügend Zeit, ein Foto von ihnen zu machen.

    Ich glaube, bei mir wäre das so wie mit Wildschweinen. Ich fürchte sie nicht wirklich, aber es geht eine gefährliche Faszination von ihnen aus. Soll heißen, man ist sich der Gefahr bewusst, dass diese Tiere einem gefährlich werden könnten und verhält sich dementsprechend.

    LG Andrea mit Linda

    • Hi Andrea, die einzigen Wildtiere, die mir begegnen sind leider auch nur Rehe, Eichhörnchen, Mäuse und eventuell noch Echsen ;-( Ich glaube, ich würde mich nicht fürchten, aber ich wäre bei einer Wolfs-Begegnung vor Faszination ganz starr. Weitaufgerissene Augen, offener Mund, Atemstillstand 😉
      Ganz liebe Grüße von Wilma und mir

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