Allgemein, Hund & Mensch
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Fellwechsel beim Menschen

 

Wenn man sich einen Hund anschafft, beginnt eine Transformation. Es ist eine Verwandlung von der Frau zum Frauli, vom Mann zum Herrli wie es die Schriftstellerin Michaela Seul treffend in ihrem Buch „Luna, Seelengefährtin“ beschreibt. Viele Hundebesitzer sind sich zudem sicher, dass der Hund sie zu einem besseren Menschen gemacht hat – mich eingeschlossen. Der Hund ist nicht nur der Transformationskatalysator, ein Begleiter, Freund und Partner, sondern ein Philosoph im Hundegewand.

Fellwechsel

Ein Hund verändert das Leben grundlegend. Es beginnt ein Fellwechsel. Der Vierbeiner wird zum Katalysator vieler schöner Veränderungen.

Der Hund ist nicht nur der Transformationskatalysator, ein Begleiter, Freund und Partner, sondern ein Philosoph im Hundegewand.

Das Phänomen Hundewiese

Fraulis und Herrlis lassen sich sogar in bestimmte Kategorien einteilen. Verschiedenste Typen treten in ihrem Biotop, der Hundewiesen, sogar im Rudel auf.

Hundewiesen, da fängt es schon an… Ein Versuch einer Definition für Nicht-Hundehalter:

Hundewiesen sind die Kernzone der Sozialisation der Hunde, das Epizentrum des Spaßes, Plattform für Zweibeiner und Raufplatz für Vierbeiner, Bühne so mancher Klugscheißer und Schauplatz der intimsten Gespräche über Hundegesundheit & Co.

„Heute hat sie wieder normal gesch… Gott sei Dank, dachte schon, sie hätte doch wieder Würmer. Gestern mussten wir mit unserem Schnuffi übrigens wieder zum Tierarzt: Analdrüsen…“ Yummie

Hundewiese

„Heute hat sie wieder normal geschissen.“

Die Reifeprüfung für Nicht-Hundebesitzer

Jedem, der nicht zum Kreise der Hundebesitzer gehört und vielleicht nur zufällig als „Besucher“ auf der Hundewiese anwesend ist, merkt man mit dem Fortschreiten der gewohnten Gespräche eine gewisse Verstörtheit an. Körperliche Symptome: Die Augen werden beim Anschneiden „heikler“, für ihn unappetitlicher Themen groß, die Nase wird gerümpft, sich unauffällig weggedreht und die Ohren eingeklappt.

Dem „Besucher“ merkt man mit dem Fortschreiten der gewohnten Gespräche eine gewisse Verstörtheit an.

 

Der Besucher versucht anfänglich, seine Kleidung sauber zu halten – wie süß – , gibt jedoch nach kurzer Zeit auf. Spätestens nachdem ihn der ausgewachsene Bernhardiner vollgesabbert und einen schicken Pfoten-Abdruck hinterlassen hat. Er streichelt die heranstürmenden Hunde nun auch nicht mehr nur mit den Spitzen seiner Finger – dafür ist es bereits zu spät.

Die Augen werden beim Anschneiden für ihn unappetitlicher Themen groß, die Nase gerümpft, sich unauffällig weggedreht und die Ohren eingeklappt.

 

Der Besucher beobachtet, hört zu, schaut mit fragendem Blick vom einen zum anderen und bildet sich ein gewisses Urteil, das oftmals besser unausgesprochen bleibt. Sobald das Epizentrum der Merkwürdigkeiten verlassen wird, lockert er seine Schultern, entspannt seine Gesichtszüge und: verarbeitet – oftmals begleitet von einem tiefen, erleichterten Schnaufen. Nach etwa einer Stunde ist der nunmehr Eingeweihte wieder akklimatisiert sowie geistig und magentechnisch aufnahmefähig. Das Erlebte wird wie Staub aus dem Gedächtnis weggewischt.

Gesehenes, Gehörtes, Gefühltes wird vom Besucher verarbeitet oder wie Staub aus dem Gedächtnis gewienert.

Gesehenes, Gehörtes, Gefühltes wird vom Besucher verarbeitet oder wie Staub aus dem Gedächtnis gewienert.

Aber was macht den Hundebesitzer im Laufe der Hunde-Elternschaft – ooops, da haben wir es schon – so „speziell“?

Hunde-Eltern

Hier folgt eine Auswahl einiger Verhaltenszüge, die der ein oder andere eventuell bereits kultiviert hat – natürlich wird das öffentlich nicht eingestanden und mit einem distanzierenden „Neeeein, also so bin IIIICH nicht“ abgekanzelt. Ja klaaaar…

Der Vierbeiner kommt frisch ins neue Zuhause, die Transformation beginnt…

  • Kommt der Vierbeiner frisch ins neue Zuhause, so erklärt man ihm, wo alles ist und führt ihn herum – natürlich ganz behutsam, um ihn nicht zu überfordern.
  • Man schaut ihm beim Schlafen zu. Schließlich muss regelmäßig geprüft werden, ob sich der Brustkorb hebt und senkt und es ihm gut geht.
  • Man beobachtet ihn beim Fressen und fragt besorgt: „Schmeckt´s?“ Um dann das Schlingen und Schmatzen zu kommentieren: „Jaaa, das ist fein, ne? Hmmm, das ist ein ganz feines Fresschen…sooo lecker…“.
  • Hundi niest zum ersten Mal und man ist besorgt, ob er sich vielleicht eine Erkältung oder Schlimmeres zugezogen hat.
  • Man zelebriert den Einkauf in Tierhandlungen und schaut nach einem funktionalen und natürlich auch schönen Halsband, einer Leine & Co. Hund soll sich schließlich wohl fühlen und auf der Hundewiese nicht blamieren.
  • Man lässt süße Fotos über alle Kanäle kursieren – und das im Minutentakt.
  • Man beginnt in Gesprächen mit Freunden den Hund als eines der Haupthemen zu platzieren und spricht von ihm wie von einer Person.
  • Man ändert Pläne und passt seine Freizeit an den Vierbeiner an.
  • Man denkt sich Kosenamen aus.
  • Man fängt an, seine Eltern als Opi und Omi zu betiteln. „Heute fahren wir wieder zur Omi…die freut sich schon ganz arg“.
  • Man vergewissert sich auf Autofahrten, dass es dem Hund auf dem Rücksitz gut geht und er immer noch gut gesichert ist.
  • Man schaut die Leute entsetzt an, wenn ihnen die „unverschämte“, fatale Aussage herausrutscht: „Aber es ist doch nur ein HUND!“
  • Man tauscht High-Heels, Röcke, die schicke Leder-Jacke gegen praktische Outdoor-Kluft.
  • Man erkennt den wahren Sinn des Spruches: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ – und handelt danach.
  • Man wird seinem Hund immer ähnlicher: leichter Fellansatz auf Kleidung, im Auto und in der Wohnung. Zudem schmückt man den einen oder anderen Stuhl mit wunderbar haftenden Hundehaaren.
  • Schlammbedeckte Schuhe, Hose und Hände: Fester Bestandteil der Freizeit und völlig normal.
  • ….

Der Hund ist schon einige Jahre Mitglied der Familie:

ES ÄNDERT SICH NICHTS.

Von der Frau zum Frauli, vom Herr zum Herrli...

Von der Frau zum Frauli, vom Herr zum Herrli…

Was möchtet ihr noch ergänzen?!

 

Bilder: Fiffibene, Clipdealer

Neele
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Hi, ich bin Neele, #Hundenärrin, #Hundemama, #Hundehaarmagnet, #Bücherwurm, #Textmaniac. Auf diesem Hundeblog schreibe ich über das Leben mit Hund. Im Hundeblog findet ihr Trends, Lustiges, Ernstes, Absurdes, Wissenswertes. Ich sage nur: Let the dogs rock the world!
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6 Kommentare

  1. Wirklich sehr toller Beitrag Neele. Da konnte ich mich selbst wiederfinden. Wir haben ja einen Mops das passt mit deiner franz. Bulldogge einfach Super 🙂

  2. Bei jeder Zeile denkt man: ertappt! ertappt! und wieder:ertappt! Das hast du wirklich wunderbar beschrieben. Man denkt zu Beginn immer: Da wird sich kaum was ändern, und dann sieht man plötzlich Fotos von früher und denkt sich: Wie war das denn möglich damals? Wie habe ich nur ohne Hund gelebt? So ist es mir jedenfalls letztens ergangen. 🙂

    Wirklich ein herrlicher Artikel, ich habe ihn gleich meiner Tochter geschickt, die sich vor einigen Wochen eine franz. Bulldogge angeschafft hat und seitdem immer mich anruft, um mich um Rat zu fragen. Ich genieße auf der einen Seite und auf der anderen schicke ich sie dann einfach mal ins Internet oder sage, sie solle sich auf der Hundewiese mal umhören. Das Prinzip Hundewiese hat sie noch nicht ganz verstanden. 🙂

    • Liebe Elena, wie lieb von dir, tausend Dank für die lieben Worte, die mir mitten ins Herz sind. <3 Deine Tochter darf sich auch gern mal an mich wenden, wenn sie mag ;-))))
      Liebste Grüße von uns allen

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