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Hund und Kind: Eifersucht? Muss nicht sein!

Fiffibene Hundeblog macht kurze Babypause
Neele
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Es ist eine immer wiederkehrende Frage, die andere Hundehalter mir mit großer Neugierde stellen: „Ist Wilma eifersüchtig auf meine Tochter Marli?“

Die, die meine Beziehung zu Wilma kennen, vermuten, dass sie mit der Geburt von Marli von ihrem Thron verdrängt wurde. Die, die mich und Wilma nicht kennen, kennen zu viele Geschichten, bei denen der menschliche Neuankömmling zu Verhaltensauffälligkeiten beim Hund geführt hat. Ich selbst habe eine gute Freundin, die Hundetrainerin ist, vor Marlis Geburt gefragt: Welche Vorkehrungen muss ich treffen, damit Wilma und das Baby einen harmonischen Start hinlegen? Was muss ich Wilma abgewöhnen? Muss ich etwas Spezielles trainieren? Und so weiter. Die Antwort war klar und auch einleuchtend: Verändere nichts, gebe ihr nur ab und zu ein Signal, dass du gerade keine Zeit für sie hast. Sie muss Frustrationstoleranz lernen und damit umgehen lernen, dass sie bald nicht mehr die erste Geige spielt. Klingt simpel, ist aber genau das, was unglaublich schwer fällt und auf die bevorstehende Situation mit Baby vorbereitet. Dennoch war es härter als gedacht.

Wilma hat gelitten, ich habe gelitten. Das erste Jahr war aufgrund verschiedener Umstände das herausfordernste meines bisherigen Lebens (dazu bald mehr). Wilma ist immer noch ein unglaublich liebenswerter, verrückter Clown und Chaostiger, aber sie ist älter geworden. Mittlerweile hat sie sechs Lenze auf dem Rücken und ein Jahr voller Anpassungen hinter sich. Nicht nur sie.

Interessanterweise war nie Eifersucht im Spiel, die in Aggressivität umgeschlagen wäre – weder mir noch dem Baby gegenüber. Sie hat das Baby von Anfang an akzeptiert, wenn auch die Begleiterscheinungen schwer zu verdauen waren: Weniger Zeit und Aufmerksamkeit von mir (sie hatte zusätzlich andere Bezugspersonen), übermüdetes Frauchen, drei Monate lang schreiendes Baby, Besuch, anderer Tagesrhythmus. Dennoch hat sie nie Besorgnis erregende Verhaltensauffälligkeit gezeigt.

„Was haben wir getan, um Hund und Kind einen guten Start zu ermöglichen?“ Das ist häufig die zweite Frage, die uns Bekannte, Freunde, Hundemamas und Papas stellen. Hier ein paar Tipps für all jene, die vielleicht bald in einer ähnlichen Situation sind:

  • Frustrationstoleranz erhöhen (siehe oben)
  • Sich bereits vor der Geburt um mögliche Hundesitter kümmern oder Freunde/Familie fragen, ob sie in den ersten Wochen als Gassigeher einspringen können
  • regelmäßige Schmuse- und Spielstunden mit dem Hund einplanen
  • Bei der Rückkehr aus der Klinik zunächst den Hund allein begrüßen (die meisten Hunde sind ganz aus dem Häuschen ob der Abwesenheit und der neuen Gerüche), dann das Baby reinholen und den Hund schnuppern lassen
  • Wir haben Wilmas bestehende „Freiheiten“ trotz Baby nicht eingeschränkt (das Sofa war weiterhin nicht tabu, sie ist allerdings nur auf Kommando hochgesprungen)
  • Hund und Baby haben wir natürlich nie allein in einem Raum gelassen, auch wenn Wilma vermutlich nichts gemacht hätte (reine Vorsichtsmaßnahme)
  • Ja, sie durfte auch an den Händchen und Füsschen schnuppern und ab und zu ist daraus auch ein Schlecken geworden (Bakterien lauern ganz woanders click)
  • Gehorsam sollte vorhanden sein, das ist vor allem beim Gassigehen sehr hilfreich
  • regelmäßige Entwurmung etc. sind natürlich wichtig
  • ansonsten immer auf die Signale des Hundes achten, ein ruhiges Plätzchen schaffen

Diese Tipps gelten für Hunde, die weder Probleme mit anderen Menschen haben noch besonders schreckhaft etc. sind. In diesem Fall sind ein spezielles Training und Tipps vom Profi vor Ankunft des Babys ratsam.

Habt ihr weitere Tipps?

 

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