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Hundetrainer: Zertifizierung trennt die Spreu vom Weizen

Zertifizierung Hundetrainer

Cesar Millan wurde bei seinen Shows in Deutschland einer beiseite gestellt. Und viele andere müssen sich künftig selber zu einem ausbilden lassen: zu einem zertifizierten Hundetrainer. Seit zwei Monaten müssen sich Betreiber von Hundeschulen bzw. Hundetrainer zertifizieren lassen, so schreibt es Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes vor. Eine gute Sache, bedenkt man, wie viele sich selbst zu Hunde-Gurus erklären und was bei falscher Ausbildung alles schiefgehen kann: eine Gefährdung von Hund, Mensch und Umwelt kann im schlimmsten Fall die Folge sein.

Seit zwei Monaten müssen sich Betreiber von Hundeschulen bzw. Hundetrainer zertifizieren lassen.

 

Viele müssen ihren Job zunächst einstellen

Den Trainern flatterten in diesem Sommer Schreiben von den zuständigen Veterinärämtern ins Haus, die darüber aufklärten, dass für sie die neue Erlaubnispflicht gilt. D.h., alle Hundetrainer und -ausbilder brauchen seit August dieses Jahres eine Genehmigung, um ihre Tätigkeit weiter ausführen oder überhaupt beginnen zu dürfen. Das gilt für alle, die gewerbsmäßig (auch im Nebenerwerb) für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten. Genehmigt wird die Tätigkeit, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Trainer und Trainer in spe die fachlichen und persönlichen Fähigkeiten und Kenntnisse für diesen Beruf mitbringen. Hierfür müssen sie einen Antrag beim zuständigen Veterinäramt stellen und Bescheinigungen über ihre Qualifikation einreichen.

Fehlt ein aussagekräftiger Sachkundenachweis, müssen die Ausbilder und Erzieher sich nachträglich qualifizieren.

 

Fehlt ein aussagekräftiger Sachkundenachweis, müssen die Ausbilder und Erzieher sich nachträglich qualifizieren, indem sie beispielsweise anerkannte Lehrgänge besuchen. Wenn dies nicht geschieht, darf der betreffende Ausbilder seinen Job nicht mehr ausführen. In Einzelfällen, in denen keine oder nur unzureichende Nachweise vorliegen, kann das Veterinäramt ein Fachgespräch „anordnen“. Besteht der Trainer den „mündlichen Test“ entfällt eine weitere Qualifizierung.

Verstöße gegen Paragraf 11 können mit Geldbußen von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

 

Verstöße gegen Paragraf 11 können mit Geldbußen von bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Übrigens: Von der Erlaubnispflicht sind auch Tierheime und Co. betroffen, die sich mit der Unterbringung und Vermittlung von Hunden beschäftigen.

Hundetrainer

Die Erlaubnispflicht soll dem Tierschutz dienen und ein Herumdoktern unqualifizierter Trainer vermeiden.

Sinnvolle Verschärfung

Die Anpassung des Gesetzes ist durchaus sinnvoll: Bislang konnte sich schließlich jeder „Hundetrainer“ nennen, der sich dazu berufen fühlte oder nach einem Crash-Kurs am Wochenende stolz ein Teilnehmer-Zertifikat in Händen hielt. Das war sicherlich nicht immer zum Vorteil der Tiere. Die Verschärfung soll dem Tierschutz dienen und ein Herumdoktern unqualifizierter Trainer vermeiden. Wochenend-Seminar-Zertifikate adé.

Die Verschärfung soll dem Tierschutz dienen.

 

Für den behördlichen Segen müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein, die geprüft werden:

  • der Hundeausbilder muss entweder aufgrund seiner Ausbildung oder seines bisherigen beruflichen oder sonstigen Umgangs mit Tieren die erforderlichen fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen und nachweisen können
  • der Trainer muss die erforderliche Zuverlässigkeit haben, die beispielsweise durch Vorlage eines Behörden-Führungszeugnisses und einer Auskunft aus dem Gewerbezentralregister nachgewiesen werden kann
  • Schließlich müssen die der Tätigkeit dienenden Räume und Einrichtungen einen tierschutzgerechten Aufenthalt der Tiere ermöglichen. Dies dürfte eher Züchter betreffen.

Im Sinne des Tierschutzes ist diese Änderung also ein absoluter Zugewinn und schützt in Zukunft vor unseriösen Hunde-Flüsterern.

Was haltet ihr von der Änderung? Was hätte besser gemacht werden können?

 

Bilder: Clipdealer

Neele
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Hi, ich bin Neele, #Hundenärrin, #Hundemama, #Hundehaarmagnet, #Bücherwurm, #Textmaniac. Auf diesem Hundeblog schreibe ich über das Leben mit Hund. Im Hundeblog findet ihr Trends, Lustiges, Ernstes, Absurdes, Wissenswertes. Ich sage nur: Let the dogs rock the world!

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