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Kausnacks für Hunde: Wirkung und Gefahren

Kausnacks für Hunde Hundeblog

 

Kausnacks für Hunde setzen viele Hundehalter nicht nur als Belohnung ein. Sie dienen zudem einer artgerechten Beschäftigung und zur Entspannung.

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Schon der Urahn des Hundes, der Wolf verbrachte einen großen Teil seiner Zeit damit, auf Knochen, Haut etc. herumzukauen. Das intensive Kauen und Benagen rege die Speichel- und Hormonproduktion an und beruhige das Tier, so die Experten. Was noch dahinter steckt und worauf Hundehalter unbedingt achten sollten, erklärt Tierärztin und Homöopathin Galina Roth im Interview mit dem Fiffibene Hundeblog.

Wenn meine Hündin Wilma einen Knochen oder ein behaartes Hasenohr kaut, wirkt sie wie in Trance. Stimmt der Eindruck?

Stimmt. Das Kauen von Knochen oder anderen Dingen gehört zu den absoluten Lieblingsbeschäftigungen von Hunden. Das Gebiss des Hundes ist für das Kauen von Knochen ausgerichtet. In der Wildnis müssen die Wölfe ihre Beute erst aufreißen, bevor sie zum schmackhaften Inhalt gelangen. So werden Brustrippen und Knochen genagt, zerkaut, zerbissen. Beutereißen, Kauen und Sättigungsgefühl hängen eng zusammen: Das Kauen ist die Belohnung nach einer anstrengenden Treibjagd und entspannt das Tier. Das „steckt“ im Hund wie das Mäusejagen in der Katze. Hunden gefällt bei Knochen vor allem der Geschmack von Knochenmark. Zudem regt die Kaubewegung die Durchblutung im Kopf an. Die Hunde wirken wacher, glücklicher.

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Welche Wirkung hat das Kauen an Knochen oder Kauartikeln noch auf Hunde?

Kauen bedeutet Beschäftigung. Bei einigen Hunden, die nicht genügend Auslauf bekommen, kann man beobachten, dass sie sich an der Seite oder an den Genitalien benagen. Das ist eine Übersprungshandlung. Das Kauen lenkt ab, es beschäftigt. Es ersetzt allerdings nicht das Austoben und den Bewegungsdrang des Hundes, sondern ist ein Warnsignal.

Woher kommt diese Kaufreude unserer Hunde?

Für unsere vierbeinigen Freunde ist das Kauen ein Akt der Entspannung, des Genusses. Knochen und Kauen gehören einfach zur Nahrungsaufnahme. Knochen liefern zum Beispiel wichtige Mineralien (Calcium, Magnesium). Sie sollten etwa 5 bis 10 Prozent der Tagesfütterungsmenge ausmachen.

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Welche Kausnacks würden Sie empfehlen?

Rohe Knochen sind ideal. Am besten ist es, wenn man sie mit Haut und Fell füttert. Das schützt den Magen. Die Bein-Röhrenknochen von Geflügel sollten aber eher gemieden werden. Vom Geflügel kann man dem Hund die Knorpel, die Rippenknochen, die fleischigen Knochen sowie die Hälse geben. Wichtig ist, dass man das Alter, die Größe der Zähne und deren Zustand berücksichtigt bevor man Kausnacks anbietet. So sollten kleinere Rassen weichere und kleine Knochen und Kauartikel bekommen. Großen Rassen darf man auch festere und größere Kauartikel und Knochen geben.

Eines möchte ich nochmals betonen: Knochen immer roh füttern. Gekochte Knochen vom Geflügel sind trockener und können zersplittern.

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Schweineohren sind im vergangenen Jahren in Verruf geraten, weil einige Hunde sich daran verschluckt haben. D.h. Finger weg von Miss Piggys Ohren?

Vor allem bei schlingenden Hunden sollten die Kauartikel durch den Fleischwolf gedreht werden. Oder man füttert nur Knochen, die zu groß sind, um am Stück verschlungen zu werden.

Worauf sollten Hundehalter noch achten?

Die täglich empfohlene Fütterungsmenge (5 bis 10 Prozent der Gesamtration) sollte nicht überschritten werden – sonst droht Verstopfung. Die weit verbreitete Panik bezüglich der Fütterung von rohen Geflügel-Knochen ist übrigens unbegründet. Sie sind ungefährlich.

Einige Hundehalter nutzen die beruhigenden und ablenkenden Effekte des Knochenkauens, um dem Hund das Alleinsein zu erleichtern. Sollte man seinen Hund mit einem Kausnacks denn unbeaufsichtigt lassen?

Davon würde ich abraten. Die Gefahr, dass der Hund an einem Kauknochen erstickt, ist zu groß.

Liebe Frau Roth, ganz herzlichen Dank für dieses sehr interessante und informative Gespräch!

Über Galina Roth

Kausnacks für Hunde Gefahren und Wirkung Hundeblog
Galina Roth führt seit 1997 ihre Tierarzt-Praxis in Heppenheim (Hessen). Die Tierärztin und Homöopathin ist gebürtige Bulgarin (1952) und studierte an der Universität Sofia Veterinärmedizin. 1989 zog es sie nach Deutschland. Dort legte Roth alle Prüfungen für die deutsche Approbation als Tierärztin erneut ab. Roth lehrt u.a. an der Abendakademie Mannheim und wird sowohl von den Medien als auch von Unternehmen als Expertin sehr geschätzt. Sie hält Vorträge, gibt Seminare, schult Vertriebs-Mitarbeiter in Unternehmen und veröffentlicht regelmäßig Fachbeiträge in Verbandsmedien sowie der Presse zu unterschiedlichen Themen.

 

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