Allgemein, Aufmacher, Behind the Scenes
Kommentare 10

Mutterinstinkt: Ein artübergreifendes Phänomen?

Behind the scenes Fiffibene Hundeblog

 

Mutterinstinkt. Mutterliebe. Zwei sehr starke Begriffe. Zwei Begriffe, die auf einem Hundeblog nichts zu suchen haben? Oder dreht die Neele jetzt völlig frei? Leidet sie unter dem um sich greifenden Trend zur ungesunden Vermenschlichung des Hundes? Sind es etwa die Hormone einer Schwangeren, die das Gehirn allzu gern kapern und den Fokus auf das „Mutterdasein“ verengen? Weder noch.

Mutterinstinkt oder Mutterliebe sind etwas sehr machtvolles. Es ist ein Verhalten bzw. ein Gefühl, das sehr stark in uns verankert ist. Jeder kann es empfinden, dafür braucht es kein Menschenkind, so möchte ich behaupten. Denn auch kinderlose Menschen empfinden eine besondere Verantwortung oder Liebe, Zuneigung, Beschützerinstinkt, Nähe, ein Löwenherz für bestimmte Menschen, für Tiere, die ihnen wichtig sind, am Herzen liegen. Dabei muss es sich nicht um ein leibliches Kind handeln.

Der eine liebt seine Nichte, seinen Neffen, sein Pferd, seinen Hund…und würde jeden Einzelnen in brenzligen Situationen beschützen, ihnen zur Seite stehen und Verantwortung übernehmen – wenn dieser Mutterinstinkt oder diese Mutterliebe vorhanden ist.

Ich habe in der Winterzeit häufig gelesen, dass viele Hunde im Eis eingebrochen sind und mir mit Schrecken vorgestellt, was ich machen würde, wenn Wilma einbrechen würde. Ja, ich wäre hinterher gesprungen, keine Frage. Darüber denkt man nicht nach, man tut es. Als Wilma angegriffen und ins Auge gebissen wurde, bin ich dazwischen gegangen – ohne vorher zu überlegen – und habe damit vielleicht Schlimmeres verhindert.

Wilma ist ein kleiner Wildfang, wie ihr wisst: Sie ist übermütig, ein Adrenalinjunkee mit einem gefährlichen Hang zur Selbstüberschätzung, einer Unnachgiebigkeit und Sturheit, die ihresgleichen sucht, gepaart mit einer unbändigen Abenteuerlust und einem unerschöpflichen Duracell-Vorrat. Entsprechend hoch ist ihr Verletzungsrisiko. Entsprechend oft verbringen wir Zeit beim Tierarzt – so war es zumindest in den vergangenen Wochen. Das bleibt nicht ohne Folgen, denn ich habe Wilma sehr lieb und möchte sie nicht verlieren.

Wer liebt, der sorgt sich meist auch um seinen Schützling, Partner etc. Zu viel Sorge ist natürlich nicht gesund, aber das Sorgen an sich ist völlig normal. Ich habe gelesen, dass Schwangere häufig von Albträumen heimgesucht werden. Meist handelt es sich um Träume, die Ängste der werdenden Mutter verarbeiten – Ängste, die sich auf das kleine heranwachsende Geschöpf oder die Herausforderungen beziehen, die die neue Rolle mit sich bringt. Seltsamerweise träume ich in den vergangenen Monaten von Wilma. Meistens handelt es sich um Albträume, ganz reale Ängste, die sich um Wili und ihre Gesundheit drehen. Dafür mag es eine einfache psychologische Erklärung geben. Mir zeigt es jedoch, wie sehr mir nicht nur das in mir wachsende Baby, sondern eben auch Wilma am Herzen liegt.

Es mag sein, dass die Sorge um ein Menschenkind noch stärker ausgeprägt sein kann, aber nicht muss. Liebe, sich verantwortlich fühlen, den anderen beschützen wollen: Das alles zielt auf ein bestimmtes Geschöpf ab – nicht auf eine mehr oder weniger enge soziale oder biologische Verwandtschaftsbeziehung, Art, Gattung oder Rasse.

Daher möchte ich behaupten, dass der Mutterinstinkt und die Mutterliebe etwas sind, das nicht nur Mütter im herkömmlichen Sinne kennen und ihrem leiblichen Kind gegenüber empfinden. Es ist eine viel universellere Macht…

Was denkt ihr?

 

Verpasst keinen Beitrag mehr! Meldet euch für den Fiffibene Newsletter an!

 

 

Neele
Find me

Neele

Hi, ich bin Neele, #Hundenärrin, #Hundemama, #Hundehaarmagnet, #Bücherwurm, #Textmaniac. Auf diesem Hundeblog schreibe ich über das Leben mit Hund. Im Hundeblog findet ihr Trends, Lustiges, Ernstes, Absurdes, Wissenswertes. Ich sage nur: Let the dogs rock the world!
Neele
Find me
(Visited 187 times, 1 visits today)

10 Kommentare

  1. Ich bin zwar keine Mutter aber ein Vater, und ich kann aus eigener Erfahrung sagen das man als Mann ähnliche Gefühle hat. Ich denke man muss das Ganze im Gleichgewicht halten, zu viel ist genauso wie zu wenig nicht gut. Und auch ich mache mir oft Gedanken was wohl mein Gegenüber jetzt wohl denkt und versuche mich zu erklären.
    Aber mal ganz ehrlich – egal ob Hund, Katze Maus, Kind, Oma oder sonstwas – solche Gefühle zu haben ist doch (bzw. sollte) menschlich! Wer das nicht versteht hat in meinen Augen ein Problem!

    Liebe Grüße und alles Gute

    Bernd

    • Lieber Bernd, da hast du recht! Liebe, Fürsorge, Verantwortung für andere, Vertrauen und Rückhalt: Das alles sollte das Fundament jeder Beziehung zwischen Wesen, egal welcher Art, sein <3 <3 <3
      Liebste Grüße
      Wilma & Neele alias The Happy Hippo 😉

  2. Silke sagt

    Ja! Ich muss das leider oft erklären und verteidigen. Eltern sagen: Nichteltern verstehen das nicht, nur die Liebe zum Kind ist echt. Ich aber sage: Diese Eltern wissen nicht oder haben vergessen, wie sehr man ein Tier lieben kann.

    Liebe ist Liebe!

    Ein universales Gefühl. Niemand kann von sich behaupten, mehr zu lieben als andere, besser oder tiefer.

    Ich finde es eher beunruhigend, wie viele Menschen sich Hunde anschaffen, obwohl sie eigentlich ein Kind wollen, und es dann abschieben, wenn das Kind da ist oder es schwierig wird. Die traurige Wahrheit ist: nicht alle Hundehalter sind geeignet für so eine innige Liebe zum eigenen Tier und viele haben sie auch gar nicht verdient.

    Die Liebe zu Kindern ist nicht zwangsläufig echter oder reiner. Vielleicht wirken unsere Hormone stärker mit und lassen uns das glauben. Und natürlich setzen wir Prioritäten, ist es biologisch vielleicht so vorgesehen, dass wir unsere Kinder mehr lieben als unsere Ehemänner…? Aber ich muss keine eigenen Kinder kriegen, um wahre Liebe zu fühlen. Das geht auch ganz gut ohne! – Und Mutterinstinkt gegenüber meinen Tieren? Ja, das kenne ich gut!

    • Liebe Silke, so wahr! Entweder man liebt und kann Liebe geben oder es bleibt – egal bei welchem Lebewesen – nur auf einer oberflächlichen Ebene. Ich denke auch, dass es universell ist und höchstens verstellt durch Hormongaben der Natur. Danke für diesen ausführlichen, schönen Kommentar!
      Liebe Grüße von Wili und mir <3 <3 <3

      • Silke sagt

        Danke und dir alles Liebe und Gute!
        Wie ich lese, beginnt ja jetzt eine besonders aufregende Phase bei dir. Ich freue mich, bald wieder von dir zu lesen!

        • <3 <3 <3 Danke dir. Ich würde mich auch freuen, wenn wir uns bald wieder hier auf dem Hundeblog schreiben ;-)))

  3. Christiane sagt

    So sehr man seinen Hund lieben kann, so anders ist die sagenumwobene Mutterliebe 😉 Mutterliebe kann man nicht auf andere Lebewesen „übertragen“. Man kann sie nicht erklären, sie hat auch relativ wenig mit der Sorge um diesen kleinen Menschen zu tun. Sie wird dich einfach mitreißen und egal wie sehr du andere Menschen und Tiere liebst, es ist vollkommen anders. Lass dich überraschen, ist ja nicht mehr lange 😋😍

    • Oh je, jetzt habe ich Angst ;-))) Das wird eine überragende Erfahrung, vermute ich…zumindest legt dein Kommentar das nahe 😉
      <3 <3 <3

  4. Socke-nHalterin sagt

    Das ist eine sehr interessante Frage, auf die ich keine Antwort habe. Ich glaube, dass der Mutterinstikt gegenüber einem Kind stärker ausgeprägt ist. Da ich keine Kinder habe, vermute ich dies einfach mal. Die Geburt ist sicher ein wichtiges Erlebnis und führt zu dieser besonderen Bindung. Aber nicht bei allen Müttern, denn nicht alle versorgen ihre Kinder gut und schützen sie angemessen….

    Ich weiß, dass ich Socke sehr liebe und deshalb und aus meinen Verantwortungsbewusstsein alle tue, damit es ihr gut geht. Ich würde es aber nicht Mutterliebe bezeichnen. Sockenliebe trifft es wohl eher. ;o)

    Viele liebe Grüße und alle guten Wünsche
    Sabine mit Socke

    • Sockenliebe ist toll! Wahrscheinlich ist jede Liebe anders: anders stark, fühlt sich anders an, ist auf ganz spezielle Wesen bezogen. Aber eines ist Liebe immer: etwas ganz wunderbares 😉
      Liebste Grüße
      Eure Wili & Neele

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.