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„La passegiata“ mit Hund: Sozialer Kitt und süßes Nichtstun

Spaziergang mit Hund Hundeblog Fiffibene
Neele
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Die Italiener nennen es „la passegiata“, wir Hundebesitzer nennen es Gassigehen – und beides hat bei unterschiedlicher Ausführung häufig dieselben Effekte.

Als „la passegiata“ bezeichnen die Italiener den gemütlichen Abendspaziergang von Paaren oder Familien. Sie flanieren ohne Ziel, im Sinne des italienischen „dolce far niente“, des süßen Nichtstuns, durch das eigene Viertel. Und doch passiert viel bei den abendlichen Ausflügen: Die Menschen treffen vertraute Gesichter, halten einen kurzen Plausch mit den Nachbarn, sie fühlen sich mit der Umgebung verbunden. Jung und Alt begegnen einander, soziale Grenzen verschwinden. Es entsteht auf ganz einfache, ungezwungene Weise ein Gemeinschaftsgefühl.

Ähnliches entsteht, wenn man mit einem Hund unterwegs ist. Dazu muss man nicht in Rom oder Venedig wohnen. Denn der social factor und Eisbrecher, der die Menschen auch in Deutschland unvermittelt plaudern lässt, läuft entspannt neben uns.

Wir selbst haben nach unserem Umzug von Berlin nach Stuttgart ohne Probleme und auf sehr angenehme Weise die gesamte Nachbarschaft kennen gelernt. Von Vorteil war sicherlich auch, dass hier erstens, jeder zweite einen Hund hat, und zweitens, die Mehrzahl der Nachbarn Hunde mag. Doch auch die weniger zugänglichen Mitbürger lassen sich zu einem wage erkennbaren Lächeln hinreißen, wenn Wilma mit breitem Grinsen in „I am cute and I know it“-Manier durch Straßen, Wald, Flur und Feld flaniert. Dass zu sehen, lässt mir das Herz aufgehen.

Wilmas „I am cute and I know it“- Gang verzaubert alle!

Spaziergang mit Hund Hundeblog Fiffibene

Foto: Tom Maurer/Shooting für Chez Lilli

Hunde wirken in vielerlei Hinsicht wie sozialer Kitt, sie schaffen Kontakt zwischen Menschen, die sich sonst vielleicht nie angeschaut, gegrüßt, geschweige denn unterhalten hätten. Auf diesem Wege sind schon Freundschaften entstanden, Vorbehalte abgebaut und unglaubliche Offenbarungen getätigt worden…

Hunde wirken wie sozialer Kitt!

Aber auch ohne diese kurzen Pläuschchen und Stopps haben die Spaziergänge mit Hund etwas ungemein Wertvolles. Sie bringen Menschen wieder näher an die Natur, pusten den Kopf frei, machen glücklich, gesund und kreativ. Gehen ist zutiefst erholsam und menschlich. Beim Spazieren werden Endorphine freigesetzt, die unsere Stimmung aufhellen. Endorphin = „endogenes Morphin“ trägt die weiteren Wirkungen bereits im Namen. Es handelt sich um ein vom Körper selbst produziertes Opiat, das nicht nur glücklich macht, sondern zudem schmerzlindernd und entspannend wirkt. Alles ganz legal, zu finden in der Natur.

Hunde sind in doppelter Hinsicht unsere Drohen-Dealer!

Studien belegen zudem, dass ein Spaziergang von 20 Minuten dieselbe beruhigende Wirkung hat wie Beruhigungstabletten. Viele Menschen finden nicht nur Ruhe und Abstand zum Alltag, sondern sind nach dem Spaziergang auch wesentlich kreativer. Das kann ich selbst bestätigen.

Welche positiven Effekte der Aufenthalt in der Natur noch hat, zeigt Autor und Biologe Clemens G. Arvay in seinem Buch „Der Biophilia-Effekt“.

Präsenz im Augenblick – Danke Wilma!

Was die Italiener „dolce far niente“, süßes Nichtstuns und „la passegiata“ nennen, nenne ich Gassi und Präsenz im Augenblick. Danke Wilma!

Mehr zu Achtsamkeit und Glück dank Hund findet ihr in dem Beitrag „Warum mich Wilma zur Schnecke macht“ und in den beiden Beiträgen „Wenn euch das Glück sabbernd entgegenspringt“ sowie „Hunde kennen das Glück“.

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