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Tierheim Hunde: Unser Leben mit „Problemhund“ Lou – Episode 18

Tierheim Hund


Lou ist wohl das, was landläufig als „Hund mit geringen Chancen auf ein Leben ausserhalb des Tierheimes“ bezeichnet wird. Die Prognosen „schwer vermittelbar“ bis „aussichtslos“ schienen auf seiner Stirn zu prangen. Einem jungen Rüden, der in seinem Leben nichts falsch gemacht hat, sondern einfach in die falschen Hände geraten ist, geben Annika und ihr Mann Sebastian eine zweite Chance.

Von Gastautorin Annika

*Fortsetzung* – Lest auch Episode 1, 2 und 3 und 4: Tierheim Hunde: Unser Leben mit „Problemhund“ Lou – Episode 1Episode 2Episode 3Episode 4Episode 5 und Episode 6, Episode 7, Episode 89, Episode 10 und 11 und 12 und Episode 13 sowie 14. Episode 15 findet ihr hier, Episode 16 hier und Episode 17 hier..

Episode 18: Urlaub mit Hund in Kroatien

Für unseren nächsten Sommerurlaub ließen wir uns ziemlich viel Zeit mit der Planung. Wir sind leidenschaftliche Camper – aber mit Lou auf einen Campingplatz…?! Vermutlich würden wir nach kürzester Zeit Platzverbot bekommen und unser Zelt wäre in tausend Fetzen zerrissen. Nun ja. Wir gaben die Hoffnung zunächst nicht auf und wollten so lange wie möglich erst einmal abwarten, was Lou bis zum Sommer alles könnte.

Zumal die Planung des Sommerurlaubes einige Probleme mit sich brachte, wenn es nicht gerade nach Sibirien gehen sollte. Wir wollten einen Urlaub mit Schönwettergarantie und hatten fürs Campen eigentlich schon mit Istrien/Kroatien geliebäugelt. Aber bei der Hitze konnten wir Lou nirgends auch nur für eine Minute im Auto lassen. Und auch eine Unterkunft musste in jedem Fall klimatisiert sein.

Die Zeit verging also und gute neun Wochen vorher beschlossen wir uns nun doch endlich mal mit unserem Sommerurlaub befassen zu müssen. Uns blutete zwar das Herz, aber Campen war nicht drin! Wir überlegten also uns in Kroatien eine Unterkunft mit Garten zu suchen, die möglichst etwas separat lag, trotzdem nicht weit vom Strand weg sein sollte, und klimatisiert sein musste. Die Stadt unserer Wahl sollte quasi durch die Unterkunft entschieden werden.

Die Suche gestaltete sich zunächst einmal nicht so einfach. Es gab zwar ausreichend Ferienwohnungen mit Hundeerlaubnis. Diese befanden sich jedoch zumeist in einem Haus mit anderen Ferienwohnungen sowie gemeinsamer Gartennutzung. Schlussfolgerung: Wenn andere Leute Wohnungen mit Hundeerlaubnis mieten, dann sind dort vermutlich auch noch andere Hunde und eventuell auch Kinder anzutreffen, was für uns eine Gartennutzung quasi unmöglich machen würde. Lou sollte ja nicht nur in der Wohnung hocken müssen.

Ferienhäuser waren im Küstenbereich rar gesät, und zumeist wohnten dann die Vermieter mit in diesem Haus oder nebenan und hatten selbst einen Hund (dank der Kundenrezensionen konnten wir solche Infos herausfiltern). Wir hatten dann schließlich doch noch ein paar wenige brauchbare Treffer, die auch noch frei waren für unseren Urlaubszeitraum. Wir entschieden uns für ein Ferienhaus in dem kleinen Ort Peroj.

Unsere Hinfahrt gestaltete sich wie gewohnt relativ entspannt für Lou. Wir fuhren am ersten Tag bis nach Österreich und kampierten dort bei einem Freund. Am zweiten Tag ging es bis zum Urlaubsort. Schon eine sehr lange Reise für unseren Lou. Er lag in seiner Box und schlief die meiste Zeit. Und dank Stau hatten wir  viiiiel Zeit.

Natürlich gab es jede Menge Pausen für uns und unseren Lou. Das sind immer die heikelsten Momente, denn auf den meisten Rastplätzen ist es einfach ziemlich voll und eng. Lou ist dann immer sehr hektisch, da überall Menschen und Hunde sind. Aber auch das funktionierte ganz gut. Irgendwo gab es immer einen Baum zum Pieseln und neben dem Auto auch etwas Ruhe zum Trinken.

Eine Pause in der Raststätte sitzend zu verbringen und zu essen war wegen der Hitze dieses Mal nicht möglich. Lou konnte nicht im Auto bleiben. Aber es gab auch genug Restaurants, bei denen man etwas mitnehmen und am Auto essen konnte, während der andere den Hund bespaßte.

Urlaub mit Hund Kroatien

Je weiter wir in den Süden fuhren, desto lichter gestalteten sich die Raststätten. Am Besten gefiel uns hier ein Autohof in Slovenien. Wir parkten am Außenrand, an dem sich eine große Wiese befand. Dort konnten wir mit Lou auch ein paar Meter weiter gehen. Er hatte natürlich Reizüberflutung, so dass er gar nicht genau wusste, ob und wohin er sich vielleicht aufregen sollte. Aber dennoch, wir blieben längere Zeit auf dieser Wiese und er beobachtete von dort aus einen Mann mit zwei Hunden, Fahrräder und Motorräder. Das alles ließ er relativ entspannt zu.

Dann kamen wir endlich an. Die Unterkunft war mehr als perfekt für uns. Der Garten war riiiesig und alles war so hoch ummauert oder umzäunt, dass Lou nicht darüber springen konnte, um zu sehen, was sich außerhalb abspielte (was aber bei der abgelegenen Lage eh nicht sehr viel war).

Nach der Eingewöhnung am Ankunftsabend und der ersten Nacht fühlte Lou sich wohl und sicher. Am nächsten Tag kauften wir ein und erkundeten die Gegend. Abends waren wir dann im Garten und Lou lief frei herum. Mein Mann übte ein bisschen mit ihm und ließ sich anschießend von Lou dazu anstiften, mit ihm durch den Garten zu rennen.

Urlaub mit Hund Kroatien

Foto: Annika

Ich hatte mich gerade umgedreht, um rein zu gehen und den Fotoapparat zu holen, als ich meinen Mann aufschreien hörte. Er saß am Boden und ich lief zu ihm.  Unter Schmerzen berichtete er mir, dass Lou plötzlich seinen Weg kreuzte, er über ihn drüber steigen/springen musste und er dabei umgeknickt sei; dabei habe es geknackt. In kürzestes Zeit schwoll der Fuß an und sah aus, als ob er seitlich einen halben Tennisball kleben hätte.

Großartig. Es folgte ein dreistündiger, nächtlicher Aufenthalt in der Notfall-Ambulanz des Krankenhauses in Pula. Nun, gebrochen war laut Röntgenaufnahme nichts. Kühlen, hochlagern…damit wurden wir entlassen. Wir hatten direkt den Verdacht, dass ein oder mehrere Bänder gerissen sein müssten. Aber von Kroatien aus konnten wir nicht mehr viel machen.

Es blieb nur: nach Hause fahren (wohl bemerkt, wir waren gerade erst den zweiten Tag da) oder durchhalten. Städte erkunden, schwimmen, das konnten wir jetzt vergessen. Dank Lou! Er konnte zwar nicht mittelbar etwas dafür, aber unmittelbar war er schon beteiligt und hat bei dieser Blessur ja mal wirklich alles gegeben… Der Fuß schwoll etwas ab, wurde dafür aber blauer und blauer, wir kauften uns eine Fußgelenksorthese, mit der mein Mann wenigstens etwas laufen und schwimmen konnte, blieben vor Ort und machten das Beste draus. Schließlich konnte ich ja wenigstens noch die Autofahrten erledigen und Lou an der Leine führen.

Zu Hause bestätigte sich unser Verdacht. Die Außenbänder und das Syndosmoseband waren gerissen.

Fortsetzung folgt am 8. April 2018. Verfolgt jeden Sonntag die Geschichte von Lou, dem Hund aus dem Tierheim!

 

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Neele
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Hi, ich bin Neele, #Hundenärrin, #Hundemama, #Hundehaarmagnet, #Bücherwurm, #Textmaniac. Auf diesem Hundeblog schreibe ich über das Leben mit Hund. Im Hundeblog findet ihr Trends, Lustiges, Ernstes, Absurdes, Wissenswertes. Ich sage nur: Let the dogs rock the world!
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