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Tierheim Hunde: Unser Leben mit „Problemhund“ Lou – Episode 8

Tierheim Hund

 

Lou ist wohl das, was landläufig als „Hund mit geringen Chancen auf ein Leben ausserhalb des Tierheimes“ bezeichnet wird. Die Prognosen „schwer vermittelbar“ bis „aussichtslos“ schienen auf seiner Stirn zu prangen. Einem jungen Rüden, der in seinem Leben nichts falsch gemacht hat, sondern einfach in die falschen Hände geraten ist, geben Annika und ihr Mann Sebastian eine zweite Chance.

Von Gastautorin Annika

*Fortsetzung* – Lest auch Episode 1, 2 und 3 und 4: Tierheim Hunde: Unser Leben mit „Problemhund“ Lou – Episode 1Episode 2Episode 3Episode 4Episode 5 und Episode 6 und 7.

 

Episode 8: Behörden die Zweite

Eigentlich dachten wir, mit dem einen Besuch des Ordnungsamtes hätte sich die Sache für uns erledigt. Das war leider weit gefehlt, denn ein erneuter Vorfall führte dazu, dass wir zum zweiten Mal Besuch vom Ordnungsamt bekommen sollten.

Ehrlicherweise muss ich vorab sagen, dass natürlich die Schuld bei uns lag. Die Sache ist leider so passiert; auch uns passieren Fehler. Der weitere Verlauf der Geschichte hingegen hätte so nicht sein müssen.

Aber von Anfang an:

Mein Mann war mit Lou draußen vor der Tür. Da er alleine draußen war, kann ich die Geschehnisse nur nach seinen Erzählungen wiedergeben.

Mein Mann war also draußen und wollte gerade Lou´s Kackbeutel in die Aschentonnen werfen. Dabei wollte er wohl die Leine umgreifen. Und just in diesem Moment kam aus dem Nachbarhaus eine Frau unseres bisher sehr netten Nachbarinnenpärchens mit deren großen weißen Hund. Lou sah den Hund leider schneller als mein Mann, und da dieser gerade die Leine umgriff, konnte Lou ihm entwischen. Laut meinem Mann lief er auf den Nachbarshund zu – Lou trug natürlich seinen Maulkorb – und der Nachbarshund packte Lou in den Nacken.

Die Nachbarin tat gar nichts. Mein Mann ging zu den Hunden, holte Lou dort weg und ging mit ihm in die Wohnung, da das Gebelle seitens Lou natürlich groß war.

Als mein Mann mir diese Geschichte erzählte, habe ich ziemlich geschimpft, wieso er die Leine nicht fest im Griff gehabt hätte etc..

Ja, mein Mann war unachtsam. So ist es leider geschehen und man kann diesen Vorfall auch nicht schön reden. Vermutlich wäre ich selbst bei solch einem Vorfall auch nicht sehr angetan gewesen.

Dennoch, dem anderen Hund KONNTE nichts passieren durch den Maulkorb und OB etwas passiert wäre, können wir bei Lou auch nicht mit 100%iger Sicherheit sagen. Fakt ist, der andere Hund hat sich verteidigt, Lou hatte das irgendwie ja auch verdient, und zum Glück nur zwei kleine Macken davon getragen.

Es blieb ein unangenehmes Gefühl durch diesen Vorfall. Aber da wir bisher mit den beiden Nachbarinnen immer sehr gut zurecht kamen und sie sich bereits viel über Lou und unsere Arbeit mit ihm erkundigt hatten, dachten wir, dass weiter nichts wäre.

Ein paar Tage später kam ich von der Arbeit nach Hause und hatte eine Nachricht vom Ordnungsamt mit der Bitte um Rückruf an der Tür kleben. Ich rief also dort an. Man schilderte mir, dass Nachbarn den oben genannten Vorfall gemeldet hätten. Zwar hätten sie auch angegeben, dass der Hund einen Maulkorb getragen hätte, aber man hätte sich nicht einmal entschuldigt. Ich gab den Vorfall zu; so war es ja nun einmal auch. Und ich gab an, dass wir mit den Nachbarn noch einmal sprechen würden.

Als ich meinem Mann davon berichtete, sagte er, dass ihm eine Entschuldigung im Eifer des Gefechts leider einfach durch gegangen sei. Wir waren dennoch überrascht, dass die Nachbarinnen direkt das Ordnungsamt informiert hatten anstatt mit uns zu reden. Schließlich kann man mit uns reden, und da sie wirklich gut über Lou informiert waren und wir immer gut mit ihnen auskamen, hatten wir eine andere Reaktion erwartet. Nun, um die Wogen zu glätten ging mein Mann zu den Nachbarinnen rüber. Er entschuldige sich für den Vorfall und auch dafür, dass er sich im Heckmeck der Situation und auch nachher nicht mehr entschuldigte hatte, da er es einfach verbaselt hatte.

Das Gespräch verlief weiterhin sehr freundlich. Die beiden hätten sich gewundert, dass keine Entschuldigung kam, wo mein Mann doch sonst immer so nett gegrüßt habe. Sie nahmen die Entschuldigung dann an und fragten noch nach der Bedeutung bestimmter Verhaltensweisen, die sie uns zusammen mit Lou in letzter Zeit durchführen sahen. Zudem boten sie uns an, dass wir uns gerne melden könnten, wenn wir für Lou einen Hund zum Üben benötigten. Mein Mann bat außerdem darum, ob die beiden so nett sein könnten, falls sie uns mal entgegen kommen sollten, für einen kurzen Moment zu warten bis wir uns etwas entfernen könnten. Wir würden das von niemandem verlangen, aber wenn sie so nett wären, wäre das sehr hilfreich. Kein Problem, laut deren Aussage.

Perfekt! Sehr nett! Da war die ganze Sache zwar erst einmal etwas unschön verlaufen, aber es hatte sich ja dann glücklicherweise wieder alles zum Guten gewandt.

So dachten wir zu diesem Zeitpunkt.

Fortsetzung folgt am 26. November. Verfolgt jeden Sonntag die Geschichte von Lou, dem Hund aus dem Tierheim.

 

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Hi, ich bin Neele, #Hundenärrin, #Hundemama, #Hundehaarmagnet, #Bücherwurm, #Textmaniac. Auf diesem Hundeblog schreibe ich über das Leben mit Hund. Im Hundeblog findet ihr Trends, Lustiges, Ernstes, Absurdes, Wissenswertes. Ich sage nur: Let the dogs rock the world!
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2 Kommentare

  1. Hallo Mela.
    Danke für die aufmunternden Worte.
    Naja. Ich war schon auch wütend auf meinen Mann. Ich selbst krallen mich immer in die Leine und sicher alles doppelt und dreifach ab, wenn ich irgendwie anders greifen muss. Aber es lässt sich ja eh nicht ändern und es ist nichts passiert und Lou hat ja auch seine „Strafe“ von dem anderen Hund direkt erhalten.
    Dennoch warten unsere Nachbarn inzwischen nur auf Fehler von uns (statt sich leider vielleicht auch mal an die eigene Nase zu packen), so dass es schon belastend ist, wenn so etwas passiert. Wir sind nunmal in der schlechteren Position mit so einem Tier.

    Es ist halt schade, weil diese Menschen ja zumindest Lous Hintergrundgeschichte kannten.
    Naja.
    Es ist leider meist leichter einfach Frust auf andere abzuwälzen….. Damit müssen wir leben.

  2. Liebe Annika,
    ich verfolge eure Geschichte und ich finde es wirklich super klasse und sehr mutig von euch. Schön das Lou eine zweite Chance bei euch bekommt und ihr das mit so viel Herzblut macht.
    Geht nicht so hart ins Gericht mit euch…
    „Ja, mein Mann war unachtsam. So ist es leider geschehen und man kann diesen Vorfall auch nicht schön reden. Vermutlich wäre ich selbst bei solch einem Vorfall auch nicht sehr angetan gewesen.“
    Jeder greift die Leine um und jedem kann die Leine aus der Hand gleiten und euer Hund hat einen Maulkorb getragen. Natürlich ist die Situation nicht ideal gelaufen, aber dem anderen Hund konnte ja definitiv nicht viel passieren.
    Und kein Hundebesitzer ist davor befreit, das sein noch so gut erzogener Hund nicht doch einmal erschreckt und sich los reißt oder sich „daneben benimmt“.
    Nehmt euch sowas nicht allzu sehr zu Herzen. Immerhin versucht ihr die Situation zu ändern und davon können sich viele eine Scheibe abschneiden!

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